1. Literaturbasar im „Landau“
Bücher, Bücher, Bücher - dort, wo sonst leckeres Essen und gute Getränke serviert werden, lagen am Samstag den 5.September tausende Bücher: Im "Landau" fand der Erste Langendreerer Literaturbasar statt.
Alle Tische im Schankraum und im Speisesaal quollen über von Büchern. Selbst die Theke war garniert mit Gruselgeschichten und Krimis, und die gingen weg wie sonst die feinen Biere oder Weine an diesem Ort. Für die Landaumannschaft war dieser Literaturverkaufstag ein großes Wagnis: Wer wird kommen, wer wird überhaupt Bücher kaufen wollen und wie klappt die Organisation? Aber schon direkt nach dem Start zeigte sich: gewagt und gewonnen! In den bekannten Bananenkisten verstaut oder in Plastiktüten, Rucksäcken oder Umzugskartons verpackt wurde Gedrucktes in vielen Formaten angeschleppt, aufgebaut und angeboten. Obwohl sich die meisten Hobbybuchhändler untereinander nicht kannten, herrschte gleich eine offene und gute Atmosphäre. Neugierig wurden zuerst die Nachbartische links und rechts und dann das ganze Areal unter die Lupe genommen. Auch wer nur zum Verkaufen ins "Landau" gekommen war, entdeckte gleich nebenan neue Schätze und kaufte wieder Bücher. Selbst wenn zu Hause die Bücherregale überfüllt sind, es gibt immer noch Büche, die man lesen und einsammeln muss. Natürlich gingen Kinderbücher und Krimis besonders schnell zu kleinen Preisen über die Theke oder von den Tischen. Aber die Bücherjäger und Sammler, die aus dem ganzen Ruhrgebiet ins "Landau" gekommen waren, um Schätze und Schätzchen zu finden, wurden auch sonst nicht enttäuscht: klassische Literatur, Bildbände, Reiseführer, Sammelbände, Ratgeber, Bestseller und moderne deutsche und internationale Literatur - wer suchte, der fand auch und erfreute sich an den (meistens jedenfalls) moderaten Preisen. Da weder eine Standgebühr erhoben, noch Profis zugelassen waren, konnte ohne großen Verkaufsdruck gehandelt und verkauft werden. Die Buchanbieter gingen diesen Literaturbasar auch locker an, Riesengeschäfte erwartete wohl niemand von ihnen. Aber einige Euros für z.B. das Zirkusprojekt der Jakob-Muth-Schule oder eine Reform-Schule in Indien oder die nächste Studienreise sollten es schon sein. Und waren es dann auch.
Ein ganz besonderer Magnet war die Präsentation der heimatgeschichtlichen Sammlung von Karsten Hoeser zur Geschichte Langendreers. Hier standen die Heimatfreunde in Pulks zusammen und redeten über das Einst und das Heute im Bochumer Osten. Seltene Buchausgaben wurden bestaunt und sehr vorsichtig durchblättert: von Büchern zur Zechen- und Bergbaugeschichte bis zur Brennerei- und Brauereigeschichte. Allein wegen der vielen neuen Kontakte, die hier geschlossen werden konnten, hat sich der Literaturbasar gelohnt. Gegen 17.00 Uhr wurde abgebaut, die persönliche Kasse gezählt und wieder Platz gemacht für das, wofür das "Landau" steht: Lecker Essen und Trinken. Aber noch vor dem Abschiedstrunk an der Theke war klar: Das machen wir weiter. Auf dem Weihnachtsmarkt startet der 2. Langendreerer Literaturbasar. Dann heißt es wieder: "All you can read" und wer mitmachen will, sollte sich sofort bei Gerd im "Landau" melden. EL
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