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Straßenbahn- Bautagebuch zur 310:
STRATABU
(Nov. 2009)
310-Gegner nicht belohnt!
Nun liegen die Wahlergebnisse der 2ten Kommunalwahl seit dem Start der Debatte um die neue Streckenführung der 310 durch Langendreer schon einige Wochen vor und das Staunen hält an. Denn siehe da: Anders als von hitzköpfigen Straßenbahngegnern immer prophezeit werden die Verfechter der Straßenbahnpläne in der Bezirksvertretung dort stärker und die Gegner schwächer. Die CDU hat sogar ein Drittel ihrer Sitze verloren (von 6 auf 4 gerutscht) und die FDP tritt auf der Stelle. Die rotgrüne Koalition bleibt gleich stark und mit dem Einzug der Linken treten neue Befürworter auf den Plan. Fazit: Die Opposition der CDU gegen die 310 wird vom Wähler nicht belohnt nirgendwo in Bochum verliert die CDU soviel wie im Osten. Und die knallharten Straßenbahnanhänger der Grünen holen sich von ihrem Koalitionspartner SPD einen Sitz. Aber das bleibt quasi in der Familie und gefährdet die Mehrheit nicht.
Folgerichtig heißt es in der neuen Rot-Grünen Koalitionsvereinbarung: "Die beiden Fraktionen werden die Pläne für eine verbesserte verkehrsmäßige Erschließung des Bochumer Ostens durch die Verlängerung der Straßenbahnlinien 302 und 310 über den Langendreer Markt zum S-Bahnhaltepunkt Langendreer und nach Witten weiterhin mit Nachdruck verfolgen und aktiv begleiten. Hierdurch kann auch eine Verknüpfung von Buslinien für die Ortsteile Langendreerholz, Kaltehardt und Wilhelmshöhe erreicht werden. Wir werden diese ÖPNV-Projekte mit intensiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger umsetzen. Auch während der Bauzeit werden wir uns der Sorgen und Probleme der Bürgerinnen und Bürger annehmen und wo es nötig und möglich ist, gemeinsame Lösungen erarbeiten."
Überraschungen ganz besonders delikater Art gibt es noch von der Kommunalwahl zu vermelden: Der Motor und Lautsprecher der Bürgerinitiative gegen den Straßenbahnbau kandidierte auch für den Rat. Doch diese Kandidatur ist mit 2 großen "Aber" versehen. Erstens kandidierte er weder in Langendreer noch sonstwo im Bochumer Osten, sondern in Wattenscheid. Und zweitens kandidierte er für die NPD. Wie sein Einsatz für die rechtsradikale Rabaukenpartei von den so um Reputation bemühten Langendreerer Kaufleuten bewertet wird, wäre interessant zu erfahren. Doch dazu schweigen die selbsternannten Retter der Dorfidylle (noch). Erfolgreich war die Kandidatur nicht: Er erhielt 51 Stimmen. Wohl auch weil in Wattenscheid das selbstlose Wirken des Bewerbers nicht bekannt war.
Viele Augen und Ohren der Langendreerer, die für oder gegen die Straßenbahn streiten, sind jetzt auf den Arnsberger Regierungspräsidenten gerichtet. Wann werden die Einwendungen gegen die 310 erörtert? Wie sieht der Terminplan aus? Die DOPO hat beim RP nachgefragt und folgende Einschätzung erhalten: In diesem Jahr findet die nichtöffentliche Erörterung der Einwände wohl nicht mehr statt. Also vielleicht im Frühjahr 2010. So wird die Straßenbahn auch in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt ein beliebtes Gesprächsthema sein.
EL
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