Was lange währt...
Wird Bochum nach der Kommunalwahl endlich "fahrradfreundlich"?
Dortmund ist es, Essen ist es, und seit neuestem sogar Duisburg: Mitglied in der landesweiten Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise (AGFS), die das kommunale Engagement zum Ausdruck bringt, den umweltschonenden Verkehr zu Fuß und mit dem Rad zu fördern. Nicht so in Bochum - das muss anders werden, meint der Arbeitskreis Ver- kehr der Bochum-Agenda 21. Bereits 2006 hatte der Agenda 21- Beirat beschlossen, dass Bochum einen Antrag auf Mitgliedschaft in der AGFS stellen soll. Nachdem dies nicht aufgegriffen wurde, stellte der Arbeitskreis nun vor einigen Monaten eine Bürgeranregung - doch geschehen ist bis heute nichts. Die vorgeschriebene Behandlung der Anregung im Ausschuss für Stadtentwick- lung und Verkehr steht immer noch aus. "Wir erwarten, dass nach der Kommunalwahl hier endlich etwas geschieht", so Arbeitskreis-Sprecher Niels Funke. Schließlich habe sich auch Bochum verpflichtet, im Sinne des Klimaschutzes den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 zu verringern. Ein Problembereich dabei: der Verkehr, insbesondere der Autoverkehr. Mitgliedskommunen der AGFS verpflichten sich, den nichtmotorisierten Verkehr (inzwischen als "Nahmobilität" bezeichnet) zu fördern. Einer der Elemente der Arbeit der AGFS ist der gemeinsame Austausch u.a. zu bisher unbekannten oder nicht genutzten Fördertöpfen. Nach Meinung des Arbeitskreises besteht bei Fahrrad- und Fußverkehr noch ein großes Potenzial zur Verlagerung: "Viele Autofahrten führen nur über kurze Strecken, und die Radfahrmöglichkeiten sind auch nach einzelnen Verbesserungen immer noch lückenhaft", so Niels Funke. Entsprechende Maßnahmen könnten also noch viele Menschen zum Umsteigen bewegen.
Hintergrund Der Arbeitskreis Verkehr setzt sich als Teil des Bürgerbeteiligungs- prozesses der Bochum-Agenda 21 für eine deutliche Stärkung des Umweltverbundes aus Zu-Fuß-Gehen, Radfahren und ÖPNV-Nutzung ein. An jedem letzten Mittwoch im Monat trifft man sich um 19 Uhr im Rathaus Bochum, Raum 54, um Verkehrs-Themen zu besprechen und Projekte zu planen und durchzuführen. Der Arbeitskreis bietet Bochumerinnen und Bochumern die Chance, sich aktiv in die Gestaltung des Verkehrs in ihrer Stadt einzubringen. Interessierte sind daher immer willkommen. Das nächste Treffen findet ausnahmsweise am 02.09.09 statt. Anfang März 2009 hat der Arbeitskreis Verkehr in Form einer Bürgeranregung angeregt, eine Bewerbung der Stadt Bochum zur Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden NRW (AGFS) mit allen damit verbundenen Schritten in die Wege zu leiten. Die AGFS ist ein Bündnis von Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen für wohnliche, zukunftsfähige und lebendige Städte. Ziele sind die Schaffung von mehr Lebensqualität in der Stadt, mehr Bewegungsqualität auf kurzen Wegen, mehr Partnerschaft der Verkehrsteilnehmer. Weitere Ziele sind mehr Gesundheit durch mehr Bewe- gungsqualität, mehr Gewinn für Wirtschaft, Tourismus & Umwelt, mehr System im Radverkehr, mehr Verkehrssicherheit für Alle und mehr Radverkehr im Modal-Split. Der Arbeitskreis sieht viele der Aufnahmekriterien der AGFS erfüllt und damit beste Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung bei gleichzeitig geringem Aufwand. Die Bewerbung soll den Stellenwert des Radfahrens in Bochum und die bisherigen Bemühungen der Stadt zur Förderung desselben unterstreichen sowie eine Verpflichtung für die Zukunft darstellen. Eine Mitgliedschaft ist mit vielen positiven Effekten verbunden. v.i.S.d.P.: Niels Funke Sprecher der Arbeitskreises Verkehr der Bochum-Agenda 21 Am Grenzstück 17 44879 Bochum Tel. 0209 / 147 91 30 dienstl. Tel. 0234 / 941 36 00 E-Mail:
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