Ausgabe 113
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

viel ist geschehen seit der Nr.112 unsrer DOPO Ende November letzten Jahres. Sie merken es am neuen Rekordumfang dieser Ausgabe: Zum ersten Mal in ihrer 30jährigen Geschichte umfasst die DOPO pralle 64 Seiten!
Noch nie war der Anteil an Langendreerer Themen so umfangreich wie in dieser Nr.113. Zwei Themen sind dafür besonders verantwortlich: einmal das Straßenbahnprojekt 310 und zum Zweiten die "Kunstmeile Langendreer 2010", die schließlich von der DOPO erfunden wurde. Wir danken unserem Langendreerer Künstler Paul Mangen dafür, dass wir eines seiner Kunstwerke als Titelbild dieser Ausgabe nutzen dürfen. Mehr vom Paul wird ab dem 24.4. in Langendreer zu sehen sein. Schauen Sie auch mal auf die homepage der Stadt Bochum und achten Sie auf kulturelle  Veröffentlichungen  in  den  Medien:  Unser  Kunstmeilenprojekt schlägt allmählich Wellen in der medialen Öffentlichkeit.
Jetzt aber die erfreulichste Nachricht für die DORFPOSTILLEN-Gemeinde: Wir erhöhen die Auflage von bisher 1500 auf 2000. Der Grund: Es gibt seit Jahren zu wenig DOPOs, was die ständigen Nachfragen bei unseren Verteilstellen (s. S. 62) belegen. Das hat allerdings zur Folge, dass wir die Finanzierung unseres Blättchens durch eine sanfte Erhöhung der Anzeigenpreise sichern müssen. Dabei werden die kleinen Anzeigen relativ teurer als die großen, die ja eh schon mehr kosten als die kleinen(s. Preisliste S. 4). In Ordnung? Insgesamt bleiben unsere Preise verdammt niedrig
bei der inneren und äußeren Qualität der DORFPOSTILLE, die weiterhin kostenlos für die Langendreerer Bevölkerung bereit liegt. Nach wie vor gilt
trotzdem: Keine DOPO wegschmeißen, sondern weitergeben!
Jetzt also ab in den Frühling und auf zur Fußball-WM . Hoffen wir mal, dass unsere Jungs mit dem Erscheinen der DOPO Nr.114  zum Sommerbeginn noch im Turnier sind.
Ganz herzlich grüßt die Redaktion
P.S. Wir sehen uns bei der Eröffnung der Kunstmeile am 24.4. um 12 Uhr am Amtshaus!
 
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Inhaltsverzeichnis

DOPO-Intern
Liebe Leserinnen, liebe Leser
DOPO-Redaktionsessen
Hier gibt’s die DOPO

Langendreer
Längst rollt die 310
Weitre Stellungnahmen zum WAZ-Artikel
Leserbrief zu STRATABU
Straßenbahnprojekt 310 Bogestra gibt Auskunft
STRATABU (März 2010)
Kunstmeile Langendreer 2010
Langendreerer Totentanz
130 Jahre Schule im Oberdorf - 1. Teil: Eine Zeitreise
Der Schutzmann auf Streife
Artisten
Blaue Briefe - Was tun?
Die Ev. Kirchengemeinde lädt ein
Männerdienst Langendreer-Dorf
The Daffodiles
"Wir haben mehr Kleidung als Kunden!"…
Die Langendreerer Dorfmusikanten
Weihnachtsmarkt im Dorf
Willi Wachsam: "Mit dem Dorf geht es zu Ende"…
Literatur zu Langendreer
Langenreer-ist-nett.de
Willi Wachsam: Gut angelegtes Steuergeld
Leerstände an der Alten Bahnhofstraße
Eine Fahrt mit der Muttentalbahn
Büro für angewandte Geowissenschaften (BAG)
Hundehaufen
London lockt Langendreerer Langstreckenschwimmer
Notinseln in Langendreer: „Wo wir sind, bist du sicher.“
Das DOPO-Menü
Leserbrief: "Der Bauch ist ein Tierfriedhof!"
Erster Werner Schadegang
In letzter Minute: Kaputt gespart!?
Leserbrief zur "Kunstmeile Langendreer 2010"
Ausstellende Künstlerinnen und Künstler - Kunstmeile Langendreer 2010

Bochum, das Ruhrgebiet und die Welt
Tamar e.V. Ruhrgebiet
Zur Landtagswahl in NRW
Für ein leistungsfähiges und sozial gerechtes Schulsystem!
Gedichte von Frau Rasch
In Sachen Atomausstieg
Erdbeben in Haiti: Wir helfen Cuba helfen
 
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Längst rollt die 310


Nämlich durch die Köpfe vieler Langendreerer und etlicher Leserinnen und Leser der DOPO und der großen Schwester WAZ.

Gehen wir also wieder in die Vollen und drucken wir so Einiges zum Thema ab, was uns erreichte und was wir für erwähnenswert erachten: nicht objektiv und auch nicht repräsentativ, eben Meinungen und Kommentare zum Thema.
Am 19.1.2010 erschien in der WAZ-Stadtteilausgabe ein Bericht zum Stand der Entwicklung des Straßenbahnprojekts in Langendreer. Ein DOPO-Mitarbeiter fühlte sich von einigen Aussagen in dem WAZ-Bericht zu einem Leserbrief herausgefordert, der dann leider nicht abgedruckt wurde. Auszugsweise hieß es in dem Leserbrief:
"Sehr geehrte Redaktion, so erfreulich die Berichterstattung über das Straßenbahn-Projekt durch die WAZ in puncto Informationen ist, umso seltsamer erscheinen da die Äußerungen Ihres Mitarbeiters am Ende des Artikels "Bahn-Gegner lassen nicht nach", wo er die Meinung einzelner Geschäftsleute wiedergibt, die da behaupten, "dass es praktisch keine Befürworter" des Straßenbahnprojekts gebe... Zudem schreibt Ihr Mitarbeiter, dass es sich bei diesen Geschäftsleuten um Langendreerer Bürger handele, "die regelmäßig viele Menschen treffen und mit ihnen sprechen". Solch subjektive Einschätzungen sowohl Ihres Mitarbeiters als auch der genannten Geschäftsleute sind zwar interessant, aber ohne repräsentativen Wert. Auch ich treffe regelmäßig viele Leute in Langendreer, mit denen ich spreche, und finde darunter etliche Befürworter des Straßenbahnprojekts, weil sie z.B. die stärkere Vernetzung im Öffentlichen Personennahverkehr durch den Ausbau des Straßenbahnnetzes für sinnvoll erachten..."
pawimö
 
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Weitere Stellungnahmen zum WAZ- Artikel


Die traditionelle Form des Leserbriefs scheint also nicht mehr angesagt zu sein. Es gibt dafür die sogenannten Blogs im Internet. Und da finden wir zum besagten WAZ-Artikel bei www.der-westen.de doch etliche aufschlussreiche und z.T. auch amüsante Reaktionen unter der Rubrik:
13 Kommentare
die wir hier zur weiteren Meinungsbildung veröffentlichen: Dass es praktisch keine Befürworter gebe. Das Bild ist wohl so nicht richtig. Die Befürworter sind nicht so organisiert, ich kenne einige, die die 310 haben wollen, aber sich einfach nicht äußern. Die kommt doch sowieso! Ein Volksentscheid wäre wohl nicht das Schlechteste.

#1 von Langendreer-ist-nett, am 19.01.2010 um 09:44
Ich bin ein eindeutiger Bahn-Befürworter und ich wohne und arbeite in Langendreer. Mir ergeht es genau umgekehrt: Ich kenne kaum Bahn-Gegner. Allerdings habe ich keinerlei ökonomische Ängste. Ich kann für die meisten Bewohner Langendreers nur Vorteile erkennen. Für viele Schüler wird es eine Beschleunigung des Schulweges bedeuten. Wir in Langendreer sind bei der Fahrt in die Stadt nicht mehr alleine von der unzuverlässigen S- Bahn abhängig. Die Verlegung der Bahn in den Stadtteil bedeutet insgesamt einen Nutzengewinn. Auch die von ökonomischen Ängsten geplagten Bahn-Gegner sollten genauer recherchieren und nachdenken. Die Devise "Besser, es bleibt alles, so wie es ist" taugt wenig. Ich glaube kaum, dass beispielsweise jemand in Bochum-Linden, ein Geschäftsinhaber, auf die Idee käme, eine Initiative gegen die Straßenbahn zu starten. Geschäftsinhaber in Riemke würden sagen, dass das Abtauchen der Bahn Nachteile gebracht hat. Aber an beiden Standorten würde niemand auf die Laufkundschaft durch die Nutzer des ÖPNV verzichten. Die Straßenbahn wird aber einen deutlichen Anstieg von ÖPNV-Nutzern bringen, wie bisher alle Erfahrungen lehren, und damit deutlich mehr Laufkundschaft entlang der Bahnstrecke. Protestieren deshalb die eher abgelegenen Geschäfte? Oder haben sie Angst vor einer Erhöhung ihrer Mieten, weil natürlich eine Verbesserung der Infrastruktur auch zugleich eine Wertsteigerung der Immobilien bedeutet. Zudem sollten prominente Gegner vorsichtig sein, sich von der Initiative gegen die Straßenbahnlinie instrumentalisieren zu lassen. Diese wird von ehemaligen Kandidaten rechtsextremer Parteien geführt.
#2 von poszt, am 19.01.2010 um 17:17 Aus dem Langendreerholz bringt mir die Straßenbahn recht wenig, wenn ich nach Bochum möchte. Ich bin weiterhin auf den 379 angewiesen. Viel besser wäre es, wenn man die Fahrzyklen der S-Bahn und sowohl des 378 und 379 auf alle 10 Minuten abändern würde. In anderen Ballungszentren (z.B. Hamburg) funktioniert so etwas reibungslos. Wenn wir dort zu Besuch sind, werden wir ganz schön blass. Alles funktioniert anscheinend reibungslos und ist allemal viel günstiger. Es bleibt für uns nur ein Funke Hoffnung...
#3 von Joal2403, am 19.01.2010 um 17:51 Natürlich bin ich für die Verlegung der 310. Unfassbar, was hier in Bochum wieder für eine Stimmung gegen den Nahverkehr ist! Wir haben 11 % Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr, normal sind 20 - 25 %, oder sogar 35 % wie in Karlsruhe oder Freiburg.Auto , Auto über alles, diese Platte läuft hier seit über 50 Jahren ...
#4 von Grummer1971, am 19.01.2010 um 20:37 Das Argument der Steuerverschwendung kann man so nicht gelten lassen. Im Gegenteil: Es soll sogar Geld gespart werden, da mit dem Umbau auch das Busliniennetz stark geändert wird und 1 oder 2 Buslinien komplett entfallen. Ansonsten hätte man wohl keine Fördermittel vom Land bekommen. Ein Volksentscheid ist eigentlich gar nicht mehr nötig. Man nehme einfach das Ergebnis der Bezirksvertretungswahl 2009 und man hat das Ergebnis. PS: Wie man es vielleicht schon raus lesen kann, bin ich auch ein Befürworter des Umbaus.
#5 von HomerSimpson, am 19.01.2010 um 21:38 Der Ausbau der Straßenbahn ist in Langendreer überfällig, damit würde endlich eine deutliche Verbesserung der verkehrlichen Dinge hier eintreten, da die S-Bahn immer noch nicht ein zuverlässiges Verkehrsmittel ist und die Busanbindung keine Alternative ist. Vielleicht sollten die Ausbaugegner mal folgende Dinge lesen: Wiedereinführung der Straßenbahn in Aachen: http://www.grenzecho.net/zeitung/aktuell/ schlagzeilen. Zitat: "Die Tram prägt das Stadtbild und fördert die Wirtschaft. So ist eine Studie der Uni Wuppertal zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Straßenbahn in den jeweiligen Stadtteilen dafür sorgt, dass die Immobilienpreise steigen und der Einzelhandel mehr Umsatz macht." Oder vielleicht dieses hier ..: Stadtbahn Heilbronn http://www.stimme.de/meta/anzeigenmarkt/immostimme/immomesse Zitat von einem Immobilienmakler: "Kommunen an den Stadtbahnen profitieren von der Nahverkehrsanbindung" In Heilbronn wird durch die CDU aktiv die Stadtbahn gefördert ... - noch Fragen?
#6 von Karl Ramseier, am 20.01.2010 um 04:50 Also dieser Artikel macht mich echt wütend: Die 302/310 ist so unglaublich wichtig für Langendreer und Bochum. Außerdem ist der Bau aus anderen Gründen unablehnbar: Die alte 310 Strecke durch Kaltehardt ist eingleisig (schlecht!) und sanierungsbedürftig. Allerdings gäbe es für eine Sanierung keine Förderung vom Land, da im Einzugsbereich einfach zu wenig Menschen leben. Und ohne eine Förderung kann Bochum den Neubau, egal wo lang, nicht finanzieren! Außerdem wünsche ich mir von der WAZ mal mehr Objektivität: Eigentlich hängen in sehr wenigen Geschäften die Antistraßenbahn - Aufkleber, aber seltsamerweise wurden genau die Inhaber dieser Geschäfte gefragt!
#7 von Gandi, am 21.01.2010 um 15:05 Wohne auch in Langendreer und muss sagen: Bin gegen die Bahn. Gut, S-Bahn kommt nur, wenn sie will, aber dafür braucht sie nur sechs Min. nach Bochum. Wenn ich mit der 310 oder 302 nach Bochum fahren sollte, dann kann ich mich gleich auf den 345er setzen. Der braucht auch fast so lange. In erster Linie sollte Bogestra und DB erst mal ihre Fahrpläne verändern oder wenigstens so anpassen, dass man auch Verbindungen schafft. Im Moment klappt ja nix-zurück zur Steinzeit. Solange die das nicht gebacken kriegen, nutzt uns auch keine 310 etwas. Oder meint Ihr, die wären dann pünktlich???Und am Wochenende werden die dann auch nicht gerade im 20Min.Takt fahren. Da kann ich auch weiterhin S-Bahn fahren. Ob ich mir am S-Bahnhof den Ar....abfriere oder an einer 310 Haltestelle, bleibt dasselbe.
#8 von StephLA, am 24.01.2010 um 18:45 Tipp: Lieber erstmal informieren. Der 345 braucht vom Markt bis Rathaus fast 45 Min., weil er halt über Werne fährt und das alle 20 Min. Die 310 wird irgendwann dann im 10Min.-Takt in ca. 17Min am Rathaus sein. Und die hält nicht nur am S-Bahnhof. Fahren Sie doch mal vom Neggenborn erst zum S-Bahnhof, steigen dann in Ihre geliebte S- Bahn, die Verspätung hat, und nehmen Sie mal die Zeit. Noch Fragen? Das Problem an der Sache ist, dass einige Gegner große Fresse haben, viele sich vor den Karren spannen lassen und die Befürworter sich halt nicht outen. In zehn Jahren werden viele dankbar sein, dass die Bahn da ist.
#9 von dreihundertzehn, am 25.01.2010 um 20:31 Nicht ganz. Der 345 braucht 35 Minuten vom Markt bis zum Rathaus, zumindest laut Fahrplan. Aber bei der langen Strecke kommt es ja so gut wie immer zu Verspätungen. Man kann aber nur hoffen, dass der Fahrplan der 302 (und damit wohl auch der 310) so ausgelegt wird, dass man diese im Notfall noch nehmen kann, falls mal wieder die S-Bahn nicht kommt. Mit dem 345 geht das derzeit ja schlecht...
#10 von HomerSimpson, am 25.01.2010 um 22:03 @8:Ich fahre jeden Tag mit 345, und er braucht keine 45Min.Noch Fragen??? Im Übrigen glauben Sie doch wohl nicht, dass die Bahnen im 10Min.Takt fahren. Die 310 fährt jetzt ja auch alle 20Min. @3:Gebe Ihnen vollkommen recht, solange die die Fahrpläne nicht hinkriegen nutzt es gar nix. Unser 379 fuhr samstags vormittags alle 20Min, jetzt alle 30Min.und ab 16 bzw.17 Uhr jede Stunde. Da pack ich mich am Kopf, die Läden haben langen auf und Bus nur jede Stunde. Wenn man an Markt aus dem Ruhrpark kommt, der nur 1 Min. Verspätung hat, ist der 379 auf der anderen Seite weg. Ob der nu jede Stunde fährt, ist wurscht. Etwas mehr Kundenfreundlichkeit wäre hier eher angebracht.
#11 von StephLA, am 26.01.2010 um 09:27 Noch einmal. Die Diskussion ist eigentlich relativ überflüssig. Entweder die 310 wird gebaut oder stillgelegt. Aber weder Witten noch Bochum wollen eine Straßenbahn stilllegen. Beide Städte wären froh, wenn sie (wieder) mehr Straßenbahnverbindungen hätten. Die halbe Welt würde sich totlachen, wenn eine Stadt in der heutigen Zeit eine Straßenbahn stilllegen würde! Und der einfachste Laie müsste doch erkennen, wo die Straßenbahn sinnvoller ist: Im siedlungsarmen Kaltehardt oder im siedlungsstarken Langendreer? Noch Fragen?
#12 von Gandi, am 26.01.2010 um 18:32 Natürlich werden die Bahnen im 10 Min. Takt fahren - zumindest ab Langendreer Markt, da ab dort die 310 und die 302 auf der Strecke sind. Und zwar abwechselnd. Und wie oben schon angesprochen, die Strecke über die Kaltehardt ist nicht nur eingleisig und völlig abseits des eigentlichen Siedlungsraumes, sondern auch sanierungsbedürftig. Die Sanierung kostet ca. soviel wie der sinnvolle Neubau durch Langendreer - alles dies aber ohne die recht große Förderung des Landes! Was heißt hier nun eigentlich "sanierungsbedürftig" im Detail? Exakt dieses abgelegene Teilstück über die Kaltehardt verhindert, dass Niederflurbahnen nach Witten und zurück eingesetzt werden können und die Bahn noch immer gebrechlichen Leuten und Rollstuhlfahrern verwehrt wird, da diese ja unmöglich die Stufen hochkommen können. Ich hab es langsam echt satt: Für diese sinnvolle Investition in die Straßenbahn! Und gegen diese populistische aber lachhafte Straßenbahngegnervereinigung die keine Argumente besitzt, sondern nur die Infoveranstaltungen besucht um diese massiv zu stören! P.S.: Am Kaufkraftverlust ist übrigens was dran: Ich kaufe nicht mehr in den Läden, die diesen lächerlichen Aufkleber im Schaufenster haben!
#13 von Ruhrgeier, am 03.02.2010 um 20:02
 
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Leserbrief zu STRATABU


Das STRATABU (Straßenbahntagebuch) schreibt seit einigen Ausgaben unser Redakteur und Unterstraßenanwohner EL. Durch dessen Äußerungen in der DOPO,112 , fühlte sich unser Ex-Redakteur Sascha, der sich in den neunziger Jahren erheblich um die DOPO verdient gemacht hat, herausgefordert zu einem Leserbrief, den wir nicht in einen Blog setzen, sondern veröffentlichen. Der Inhalt wird letztlich durch die 13 Kommentare ergänzt, die wir oben abgedruckt haben:
Gesendet: Sonntag, 31. Januar 2010 13:35 An: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Betreff: Ausgabe 112, Seite 34 "Stratabu" - Leserbrief
Lieber Paul, liebe DoPo-Redaktion,
mit Erstaunen, ja Erschüttern musste ich leider feststellen, dass auch Ihr euch mittlerweile scheinbar gerne des Mittels der Polemik bedient, welches sonst eigentlich hauptsächlich einer Zeitung mit vier Buchstaben zuzuordnen ist. Dass Ihr schon seit längerem nicht mehr objektiv, sondern manipulativ über das Thema 310 berichtet, ist ja noch hinzunehmen, aber der letzte Bericht geht einfach zu weit. Da ist die Rede von "hitzköpfigen Straßenbahngegnern" - als ob die Befürworter immer sachlich und ruhig blieben (siehe euer Bericht). Da wird die Wahl zu einer Abstimmung über die Straßenbahn stilisiert - gerade Ihr solltet wissen, dass es a) noch andere Themen im Bochumer Osten gibt b) ein Großteil SPD wählt, weil er es schon immer getan hat und c) ein Großteil der Wähler gar kein Interesse am Thema Straßenbahn hat, da sie schlicht und einfach nicht direkt betroffen sind. Eine Frechheit sondergleichen ist es aber, die Straßenbahngegner im selben Atemzug mit der NPD zu nennen. So negativ diese Partei und deren Funktionäre zu sehen sind, mit dieser nicht existierenden Zusammenführung entfernt Ihr euch von jeglicher sachlicher Diskussion. Die Wortwahl "selbsternannte Retter der Dorfidylle" spricht für sich. Solche Versuche, Gruppen aufgrund einzelner Personen zu diskreditieren, weil die Argumente ausgehen, kannte ich bisher nur aus dem marktschreierischen US-Wahlkampf. Im Gegenteil dazu möchte ich mit Argumenten aufwarten, die bis heute noch niemand entkräften konnte, vielleicht stellt Ihr euch ausnahmsweise der sachlichen Diskussion und versucht dieses eurerseits: - Eine Minderheit der Langendreerer fährt nach Witten zum Einkaufen (Lieblingsargument der BoGestra), wir haben Bochum und den Ruhrpark - und wenn doch, dafür gibt es die Buslinien 378 und 379. Wenn das Interesse doch so groß ist, wie kommt es dann, das diese Linien so selten voll sind? - Was sollten die Wittener in Langendreer finden, was sie in Witten nicht finden? - Und auch diese könnten auf die beiden Buslinien zurückgreifen. Es gibt genug Möglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Witten und Bochum zu pendeln, ein weiteres, welches dermaßen in die vorhandenen Lebensumstände eingreift, ist unnötig. Ich bleibe dabei, nur um wahrscheinlich frühzeitig versprochene Bauaufträge mit Hilfe von Landessubventionen durchführen zu können, werden hier direkte Anwohner mit Unannehmlichkeiten während der Bauzeit und danach belästigt, und das mit Geldern, die gerade aktuell woanders besser gebraucht werden könnten. In der Hoffnung bald wieder eine polemik-freie DoPo genießen zu dürfen, Sascha Lange, Exredakteur (lang ist's her)

Anmerkung der Redaktion:
Argumente gab's immer!
Lieber Sascha, du hast die DOPO zuerst mit dem Computer vertraut gemacht Anfang der neunziger Jahre. Du hast mit uns so manche lange Redaktionsnacht verbracht und unser Stadtteilblatt ins Herz geschlossen. Mit dem STRATABU-Text haben wir eine spezielle Form der Themenverarbeitung gewählt - wie der Name STRAßenTAgeBUch schon andeutet: darstellend, kommentierend, subjektiv, meinend - also kein sachlicher Bericht. Dass es Objektivität nicht gibt, solltest du wissen. Es gibt aber das Bemühen, möglichst viele Argu- mente zu einer Problemfrage zu sammeln und daraus allmählich eine eigene Position zu entwickeln. So sind wir von der DOPO das Thema "310" erstmals mit der Nr.79 (!) im Jahre 1999 angegangen, indem wir damals "Eckpunkte der gemeinsamen Kommunalpolitik im Stadtbezirk Bochum-Ost 1999- 2004" veröffentlichten, in denen zu lesen war, dass "die Verlängerung der Schienenverbindung zum Markt Langendreer vorrangig sein soll." In der Nr. 83, 2000, ließen wir einen ausgewiesenen Verkehrsexperten zu Wort kommen, der die Für- und Wider-Argumente ausführlich un- tersuchte. Auf 5 Seiten ging es in der Nr.85, 2001, in dieser Weise weiter - argumentativ - und 5 Seiten lang war auch in der Nr. 87, 2001, vom 310-Projekt in ausschließlich argumentativer Weise die Rede. Ab jener Ausgabe allerdings kam ein neuer Ton in die Diskussion: Auslöser war eine Aktion von Gegnern des Projekts, die einem Studenten von der Ruhruni übel mitgespielt hatten. Jener Student führte im Rahmen seiner Diplomarbeit eine ergebnisoffene Untersuchung zum Verkehr in Langendreer durch, indem er einen Fragebogen an Haushalte und Geschäfte im Bereich der Unterstraße verteilte. Um den Befragten Portokosten bei der Rücksendung zu ersparen, übernahm er als Empfänger der ausgefüllten Fragebögen die Kosten. Dieses Entgegenkommen machte sich eine Gruppe Unbekannter auf kriminelle Weise zunutzen, indem sie dem Studenten 1000 Fragebögen per Post zuschickte, so dass der Student 1200 DM Portokosten zu zahlen hatte. Der Student stellte sofort Strafantrag, aber ein Täter konnte nicht ermittelt werden.
In der Nr.88, 2002, veröffentlichten wir einen dreiseitigen (!) Leserbrief eines Gegners des 310-Projekts, der somit sehr ausführlich seine Argumente darlegen konnte. Ein Befürworter kam in der Nr.99, 2005, entsprechend zu Wort. Du merkst, lieber Sascha, dass wir von der DOPO unsere Linie der Argumentation nicht verließen. In der Nr.101, 2006, bejubelte Willi Wachsam in einer Art Vision die Eröffnung der neuen Straßenbahnverbindung, also kein argumentativer, sondern ein eher satirischer Text. Und dieser Willi Wachsam sorgte mit einem eher polemischen Kommentar in der Nr. 108,2008, mit dem er sich gegen die Gegner des Projekts wandte, für erheblichen Ärger bei einigen Geschäftsleuten aus dem Dorf, die (noch!) Anzeigenkunden der DOPO waren. Zwar argumentierte Willi durchaus, aber durch die Form seiner Aussagen ("Reißt euch zusammen! Benutzt euren Kopf! Informiert euch im Sinne unserer gemeinsamen Zukunft für unsere und die Zukunft unserer Kinder!") fühlten sich einige brüskiert, ja beleidigt. Redaktionsmitglied Pawimö begab sich darauf hin zu dem Geschäftsleute-Stammtisch, also in die Höhle des Löwen, bat für die nicht gewollte Brüskierung und Beleidigung um Entschuldigung und bot für die Zukunft die argumentative Linie für Befürworter und Gegner des 310-Projekts an. Willi Wachsam entschuldigte sich in der Nr.109, 2008, noch einmal öffentlich und die DOPO machte beim seinerzeitigen Weihnachtsmarkt eine Umfrage zum 310-Projekt, deren Ergebnis mit den gesammelten Pround Contra-Argumenten in der Nr.110, 2009, veröffentlicht wurde. Seitdem gibt's das STRATABU, also eine sowohl argumentative, aber auch subjektiv-wertende Textform, in der die laufenden Ereignisse um das Straßenbahnprojekt vorgestellt und kommentiert werden. So, mein lieber Sascha, jetzt noch ein paar Infos über Methoden von Gegnern des Projekts: Das begann damals mit der Postattacke gegen den Studenten - anonym -, das setzte sich fort mit störhaftem Verhalten einiger Gegner bei öffentlichen Veranstaltungen der Verwaltung und Bogestra; Redaktionsmitglied Pa- wimö erhielt einen Brief von einem Anwalt eines 310-Gegners, in dem er mit Bußgelddrohung aufgefordert wurde, eine irgendwann geäußerte flapsige Bemerkung zu einem Straßenbahngegner in einem Geschäft nicht mehr zu wiederholen; es folgte ein anonymer Anzeigenboykottaufruf gegen die DOPO und eine hirnrissige, auch anonyme Kampagne, mit der die Anzeigenkunden der DOPO hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der ausgestellten Quittungen verunsichert werden sollten. Da ist dieser merkwürdige WAZ- Artikel, von dem oben die Rede war, ja geradezu harmlos.
Also, lieber Sascha, überprüfe bitte deine Vorwürfe, die du in deinem Leserbrief äußerst. Übrigens diskutieren wir in der Redaktion auch immer mal wieder das 310-Projekt, weil auch wir keine einheitliche Position haben. Komm doch mal wieder vorbei! Wir würden uns freuen.
Es grüßt dich herzlich die DOPO-Redaktion
 
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