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Willi Wachsam:

Gut angelegtes Steuergeld

Neuer Rad- und Wanderweg am Oberdorf


Es war schon ein wenig beschwerlich, als ich mit Freund Berni die alte Trasse des "Rheinischen Esels" am ehemaligen Bahnübergang/ Oberstraße betrat und bald den "Bahnsteig Siebenplaneten" bestieg: Hier also stiegen sie fast 100 Jahre lang ein die Frauen und Männer aus dem Oberdorf und Siebenplaneten, um mit dem Zug zu den umliegenden Märkten oder zur Arbeit ins Werk zu fahren - auf dieser eingleisigen Bahnstrecke, die im "Heimatbuch Langendreer- Werne" von Karl Alberts 1963 wie folgt kurz Erwähnung findet: "Am 15. Dezember 1880 nahm die Rheinische Eisenbahn die Strecke Langendreer - Witten Ost - Löttringhausen in Betrieb, eine eingleisige Nebenstrekke, die am "Herrensiepen" und weiter an der Ost-Grenze Langendreers verläuft." Und DOPO-Redakteur Fritz Rollenbeck schrieb in der DORFPOSTILLE Nr.77 im Sommer 1999: "Leider ist auch der Rheinische Esel den Rationalisierungsmaßnahmen der Bundesbahn zum Opfer gefallen. Am 30.1.1979 wurde der Personenverkehr eingestellt und am 1.12.1982 der Güterverkehr [von Löttringhausen nach Witten Annen, d.Red.]. Bis zum Bahnhof Witten-Ost wird heute noch Güterverkehr von Langendreer aus betrieben. Nach dem Abbau der Schienen ist die Reststrekke [von Löttringhausen nach Witten Annen, d. Red.] 1985 als Rad- und Wanderweg ausgebaut worden." Und jetzt ist also die nächste Reststrecke dran, nachdem am 31.12.2004 auch diese endgültig stillgelegt worden war. Und Berni und ich wanderten sie ab: vorbei an bereits gestapelten Bohlen undRheinischer_Esel zerschnittenen Schienen, an Eimern mit dicken Schrauben und anderen Metallteilen, an schweren Maschinen, die einander angekettet auf weiteren Betrieb nach dem Wochenende warteten, bis ans Ende des Krähenwäldchens. Und eine Woche später stieg ich mit Neu-Langendreerer Nachbarn an der Brücke Hörder Straße, am ehemaligen Bahnhof Stockum (so heißt da noch die Bushaltestelle!), bei tiefem Schnee zur Trasse hinab und wanderte den Rest des geplanten Langendreerer Abschnitts bis zum Bahnübergang an der Oberstraße zurück. Der Rest der Strecke von der Brükke Hörder Straße bis zum Bahnhof Annen wird demnächst erobert. 2,7 Millionen also soll das alles insgesamt kosten nach einer WAZ- Information vom 14.1.2010, "wovon 2,5 Millionen Euro förderfähige Kosten im Rahmen des Programms Alleenradwege des Landes NRW mit 75 Prozent gefördert werden." Gut angelegtes Steuergeld, oder? Dann können wir also hoffentlich ab Sommer 2011 zu Fuß oder per Rad vom Oberdorf aus über Witten- Ost das Herrenholz bei Rüdinghausen und die sich dort anschließende Feld- und Wiesenlandschaft mit einer Anzahl weiterer Rad- und Wanderwege bis in die Großholthauser Mark bei Löttringhausen erreichen. Und von da zum Romberger Holz und zur Syburg am Ruhrtal ist es dann auch nicht mehr weit. Dass daraus schließlich über den Ruhrtalrad- und wanderweg bis zum Kemnader See und hoch am Ölbach entlang zum Ümminger See und ab zum Oberdorf ein überaus reizvoller Rundkurs entstehen kann, lässt das Rad-und Wanderherzchen höher schlagen. Willi, Berni und ihre Freunde werden den Fortgang dieses Projekts aufmerksam verfolgen und pünkt- lich berichten.
Bis die Tage, Willi Wachsam