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Der Schutzmann auf Streife


Der Schutzmann findet jedes Wetter schön und geht auch im Winter Streife, wenn auch etwas anders und weniger, denn die Aufgaben bleiben ja. Und so geht er vorsichtig, langsam, bedächtig tastend, mit kleinen Schritten, möglichst ausgewogener Haltung, um sein Gleichgewicht zu halten und nichts zu überstürzen. Denn Stürze wollen vermieden werden - auch wenn sie jedem irgendwann widerfahren. Jeder ist wohl im Leben bereits mehrmals gestürzt - mehr oder weniger schwer. Noch schwieriger sind innere Stürze, die manchmal schicksalhaft, plötzlich und unerwartet die Menschen aus der Balance werfen. Daher ist die erlangte innere Haltung, Einstellung, die Vorbereitung und die innere Lebensübung wichtig, um seelisches Gleichgewicht zu erlangen.
Manchmal kommt sich der Schutzmann bei den kleinen Ärgernissen des Alltags wie ein Artist vor, zum Beispiel wenn er im Winter eine spiegelglatte Straße überqueren muss oder hochspritzendem Schneematsch ausweichen will oder auf lockeren Gehwegplatten die Balance sucht… Doch die Verursacher oder Verantwortlichen haben es auch schwer, all dies zu verhindern oder umgehend zu beseitigen. Eine großzügige Haltung, Verständnis und Betrachtung der Dinge aus einer anderen Sicht, vielleicht ein wenig wie sie die Hochseilakrobaten, die Artisten, haben, hilft gelassener zu werden. Diese andere Höhe und Sichtweise nennt man auch Meta- Ebene. Der Schutzmann möchte sie heute einfach ‚Artisten-Sicht-Weise' nennen.
Die wirklichen Artisten findet man natürlich in der Manege, im Zirkuszelt. Sie konnte man vor einiger Zeit in und hinter Kindergesichtern erkennen, die in der Schule an der Oberstraße zur 130jährigen Jubiläumsfeier ihre Kunststücke vorführten. Der Schutzmann war überrascht, was kleine Herzen mit Übung und Begeisterung als Artisten, Zauberer, Clowns…leisten können. Das waren Schulstunden im Unterrichtsfach: Glück - ein wahres Lehrstück für das Gefühl von Glück beim Tanz des Lebens! So entwickelte sich - neben seinen gedichteten Glückwünschen für die Schule - das Gedicht ‚Artisten', das sich an die älteren und herangewachsenen Lebenskünstler wendet, die ängstlich, zögerlich und gehemmt inneres Gleichgewicht und Gelassenheit suchen. Übrigens - der Schutzmann tanzt gerne in Gedanken, aber auch auf der Tanzfläche - am liebsten wie die schon etwas älteren Kinder - nach Klängen, die man früher ‚Urwaldmusik' nannte.
Karl Schuran