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London lockt Langendreerer Langstreckenschwimmer


Schwimmen gelernt hat Marius Bornkessel wie viele andere Langendreerer im Ostbad. Es hat ihm sofort Spaß gemacht und deshalb ist er auch nach der Seepferdchenprüfung dabei geblieben. Als das Ostbad wegen Renovierung geschlossen war, zog er mit seinen Freunden ins Querenburger Bad um. Dort entdeckte ihn ein Trainer, der ganz harmlos fragte:"Willst Du nicht bei uns mit schwimmen und mit trainieren?" Da sein älterer Bruder Bastian schon im Tennis sehr erfolgreich war und Marius ihm nicht nachfolgen wollte, wusste er, was es heißt, in einem Sportverein richtig mitzumachen und Disziplin und Ausdauer zu schulen. Seit 12 Jahren ist er nun Schwimmer mit dem Ehrgeiz ganz vorne zu sein, ein echter Leistungsschwimmer eben. Heute trainiert er in Essen und schwimmt für die SG Essen alle Strecken ab 400m bis 1500m im Becken und die 2,5km und die 5km im Freiwasser (z.B. im Fühlinger See bei Köln). Mit Erfolg. Bei den NRW Langstreckenmeisterschaften 2009 war er Jahrgangsbester und zweiter in der offenen Altersklasse ohne Altersbeschränkung. Der Preis für diesen Erfolg ist hoch. Jeden Tag von 15.00 bis 20.00 Uhr ist er unterwegs nach Essen und dort im Becken. Danach warten dann die Schularbeiten, denn nächstes Schuljahr steht das Abitur auf der Agenda. Und Olympia in London 2012? Da ist Marius realistisch. Zuerst das Abi und dann weitersehen. Die Zeiten für eine Olympiaqualifikation, die in den kleineren Nachbarländern gefordert werden, hat er schon geschwommen. Doch er ist und bleibt Deutscher und da ist die Konkurrenz groß. Allein an den NRW- Jugendmeisterschaften haben 250 Schwimmer teilgenommen. Aber Marius bleibt Schwimmer3dran, er schwimmt für die SG Essen in der zweiten Bundesliga und ist naturgemäß viel mit den Freunden zusammen, die auch schwimmen - im Training und im Trainingslager. Der Zusammenhalt ist gut und so sind die Trainigsstrapazen leichter zu ertragen. In Langendreer ist er ein echter Solitär. Oder gibt es hier jemanden, der die 2600 m Freistil in 31:09 Min. und die 5000 m in 1:01:10 Stunden schwimmt? Die Sportscouts der amerikanischen Colleges umwerben ihn schon, und wie in den USA Sport und Studium vereinbar sind, das weiß er von seinem Bruder, der als Tenniscrack an ein College geholt wurde. Wenn Marius in die USA gehen würde, dann nur in den Süden, wo er das ganze Jahr seine Bahnen im warmen Wasser ziehen könnte. Dass er Schwimmer geworden ist, liegt vielleicht an einem guten Omen. Sein Vorname Marius kommt aus dem Lateinischen und heißt " der im Meer geborene". Mit diesem Namen sollte noch viel im Wasser gelingen. Hier und vielleicht sogar in London 2012.
EL