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Schachtzeichen über Langendreer

Am Samstag, 22. Mai, wurden die Schachtzeichen, ein weiterer Höhepunkt der Kulturhauptstadt 2010, der Öffentlichkeit präsentiert. Im ganzen Ruhrgebiet stiegen um 12.00 Uhr gleichzeitig 310 leuchtend gelbe Ballone in den Himmel. Diese markierten Schachtanlagen, die zum größten Teil nicht mehr in Benutzung sind und deren Flächen schon anderweitig genutzt werden. Im Bochumer Osten fanden sich fünf Standorte, an denen die Ballone aufstiegen: Schacht Arnold/Gustav am Werner Hellweg, Bruchstraße 1 & 2 und Bruchstraße 3 auf dem Opelgelände rechts und links der Hauptstr., Neu-Iserlohn 2 am Lütgendortmunder Hellweg und Mansfeld 7 an der Urbanusstr. Die Ballone hatten einen Durchmesser von 3,70m  und bestanden aus PVC. Befestigt an einem Anhänger erreichten sie je nach Wetterlage eine max. Steigungshöhe von 80 m. Leider ließ es das Wetter in der Aktionswoche nur selten zu, diese Höhe auch auszunutzen. Dies hatte zur Folge, dass die Ballone nicht immer zwischen 10.00 Uhr und 20.00 Uhr zu sehen waren. Finanziert wurden die Ballone und Hänger von verschiedenen Sponsoren. Doch auch ein besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, die für die Durchführung zuständig waren, so auch den Mitgliedern der beiden Knappenvereine „Glück-Auf Bochum Werne 1884“ und „St. Barbara Langendreer-Werne 1896“.Schachtzeichenballon
Ihre beiden Vorsitzenden Uwe Einstipp und Wolfgang Rostek eröffneten die Aktion Schachtzeichen auf dem Gelände vom ehemaligen Schacht Jacob, heute Opel Meures am Werner Hellweg. Unterstützt wurden sie von vielen Knappen, die mit Kittel, Schachthut und Geleucht anwesend waren. Nach einer kleinen geschichtlichen Zusammenfassung der Zeche Robert Müser stieg der Ballon pünktlich in die Lüfte. Das Steigerlied wurde angestimmt und mit dem obligatorischen Schnaps endete die Eröffnungsveranstaltung. Die zahlreichen Besucher überquerten den Werner Hellweg, um sich die Ausstellung in den Räumen der gegenüberliegenden Feuerwehrwache anzuschauen. Dort wurden unter anderem Bergmannslampen, Helme, Bilder, ein kleines, aber schweres Teilstück eines Grubenseiles und weitere Dinge aus Privatbesitz gezeigt. Die Ausstellung war die ganze Woche über zu besichtigen, was auch nur durch eine gute Organisation der Knappenvereine möglich war.
Am darauf folgenden Samstag bildete ein großes Fest auf dem Gelände der Feuerwehrwache den Abschluss der Schachtzeichenaktion. Neben der schon erwähnten  Ausstellung boten verschiedene Aktionen der Feuerwehr, von Gruppen und Gesangsvereinen ein reichhaltiges Programm für die vielen Besucher. Auch das Wetter spielte mit. Nur zum Abend hin wurde es immer windiger, was dazu führte, dass die beleuchteten Ballone nicht den ganzen Abend über zu sehen waren. Durch den aufkommenden Wind mussten sie nach und nach eingezogen werden.


Schächte in Bochums Osten

Die Großzechenanlage Robert Müser, benannt nach dem Generaldirektor der Harpener Bergbaugesellschaft, wurde am 01. Juli 1929 durch den Zusammenschluss der Einzelzechen Heinrich Gustav, Amalia, Caroline und Prinz von Preußen gegründet.
Der älteste Schacht von Heinrich Gustav war Jacob, die Verleihung des Grubenfeldes erfolgte um den Jahreswechsel 1854/55. Sofort begann das Teufen und ein Jahr später erreichte man bei 58m das Steinkohlengebirge. Die Förderung der Kohle wurde 1859 aufgenommen. Der Schacht hatte eine Tiefe von 595m. Als in Jacob die Kohle gefördert wurde, begann die Teufe für den Schacht Arnold, nach einem weiteren Jahr erreichte man das Kohlenfeld und im Jahre 1862 wurde auch aus dem Schacht Arnold Kohle gefördert. Im Jahre 1896 wurde Arnold zum Hauptförderschacht und auf Schacht Jacob die Förderung eingestellt und für die Wasserhaltung genutzt. Über Schacht Arnold sehen wir heute noch das Bockfördergerüst in Stahlskelettbauweise, welches seit 1990 unter Denkmalschutz steht. Es ist eine der letzten drei Fördertürme auf Bochumer Stadtgebiet. Die anderen beiden stehen auf  Zeche Holland (Wattenscheid) und Carolinenglück (Hamme).
Der dritte Schacht Gustav diente als Wetterschacht der Zeche und wurde 1891 in Betrieb genommen. Nach der Schließung der Zeche ist dieser Schacht nicht verfüllt worden und dient bis heute der zentralen Wasserhaltung der Ruhrkohle AG. Schachtzeichenausstellung
Am 31. März 1968 wurde die letzte Schicht auf Robert Müser gefahren und die beiden Schächte Jacob und Arnold wurden stillgelegt und verfüllt.
Auf Langendreerer Gebiet gab es die Zeche Bruchstraße auf dem heutigen Opel-Gelände an der Hauptstraße mit ihren drei Schächten Bruchstraße 1, 2 und 3. Die Zeche Bruchstraße war Eigentum des preußischen Staates und ging 1852 in den Besitz des Glasfabrikanten Gustav Müllensiefen über. Der älteste Schacht Bruchstraße 1 wurde zwei Jahre nach Teufbeginn im Jahr 1874 in Betrieb genommen. Er wurde später zu Ehren des damaligen Betriebsführers Gustav Knepper in ‚Gustav‘ umbenannt. Die beiden folgenden Schächte benötigten zwischen Teufe und Inbetriebnahme nur ein Jahr, Bruchstraße 2 1895 / 1896, Bruchstraße 3 1907 / 1908. Die Zeche wurde 1962 geschlossen und alle drei Schächte wurden verfüllt.
KH
 
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