Schreibhaus im Bahnhof:
Der phantastische Kosmos
der Literatur
Workshops, Publikationen, Lesungen, Symposien, Werkstattgespräche - das alles sind Medien des Schreibhauses, des Vereins zur Förderung der literarischen Bildung und schriftstellerischen Kultur. Seinen Sitz hat der Verein in Bochum; die dazugehörige Literaturgruppe traf sich jahrelang am Buscheyplatz 3, in der OASE, dem psychosozialen Kommunikationsraum der Ruhr-Universität. Begonnen hat alles 1994 als ein Workshop Kreatives Schreibtraining bei boSKop. Das Akademische Förderungswerk, dessen Kulturbüro boSKop ist, unterstützte auch die erste Publikation der Gruppe «Schreibhauseffekte», worin u.a. Anja Liedtke schrieb, die dann ihren Weg als Autorin in die Anthologie «Sie schreiben in Bochum», herausgegeben von Volker W. Degener und Hugo Ernst Käufer, fand. Bereichert wurde das Schreibhaus zwischendurch durch die Lyrik des Philosophen Hans-Jürgen Gawoll, der als Akademischer Oberrat im Hegel-Archiv Bochum arbeitete und als Gastdozent an der Istanbuler Uni tätig war. Seine «Nicht nur Krokus-Gedichte aus Istanbul» sind noch immer im Programm des Schreibhauses und bekommen sogar eine neue Aktualität durch die europäischen Kulturhauptstädte 2010. Auch der Bochumer Autor Friedrich Grotjahn, dessen Geschichten von Pastor Schäfer im Schreibhaus veröffentlicht wurden, wirkte an der Entwicklung des Vereins entscheidend mit. Die schier institutionelle Kontinuität im Schreibhaus von einer studentischen Literaturgruppe über einen Verlag hin zu einem Verein mit einem eigenen Textzentrum in Essen im Girardet Haus Rüttenscheid bildet der Autor und «Kulturarbeiter» Uri Bülbül. Seine literarische Gattung ist der Hy pertext, sein Medium das digitalisierte Wort (www.uribuelbuel.de), seine Leidenschaft die Produktion von Büchern mit anderen für andere. Seit 2007 hat das Schreibhaus die Interkultur als neues Themenfeld für sich entdeckt. Uri Bülbül sagt: «Entdecken müssen. Das hat etwas mit Neorassismus zu tun, mit dem Gutmenschlichen und Wohlmeinenden. Menschen mit Migrationshintergrund werden als soziales Betätigungsfeld entdeckt. Es fließen viele öffentliche Mittel, nicht einfach nur in die Kulturarbeit, sondern in Interkultur. Auch das Schreibhaus kommt nicht um dieses Thema herum. Aber es bespricht es kritisch.» Im Zusammenhang mit Interkultur ist auch das Online-Magazin www.freestyle-cocktail.de für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund entstanden. 2009 arbeitete es an der Dokumentation der Geschichte des Festivals Kemnade International mit und war auch im MELEZ-Vorbereitungskreis vertreten. Und Oktober 2010 soll es eine Literaturperformance im MELEZ-Zug durch das Ruhrgebiet gestalten. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf dem Themenfeld Bildung-Wissenschaft-Kultur; unter dem Motto «Ausbruch aus dem Hirnknast - Ohne Schule Lernen denken» beschäftigt sich das Schreibhaus mit kreativen Möglichkeiten der Wissensvermittlung und Wissensaneignung und sucht nach realisierbaren Bildungsutopien. Regelmäßige Treffen finden vierzehntägig montags im Bahnhof Langendreer, Café Endstation, 19.00 Uhr, statt. Workshops gibt es kombiniert oder einzeln an Wochenenden im Textzentrum-Essen oder in der virtuellen Schreibhaus-Akademie im Internet. www.schreibhaus.de und www.kulturprogramm.de
für die Presse: www.schreibhaus.de/presse
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