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„Unter rauchenden Schloten“

Das Ruhrgebiet im Spiel

„Memory“, „Mensch ärgere dich nicht“ oder „Mühle“ kennt wohl jeder, vielleicht hat der eine oder andere auch schon mal etwas von den „Siedler von Catan“ oder „Carcassonne“ gehört. Aber wussten Sie, dass es auch Spiele gibt, die sich mit dem Ruhrgebiet und dem Bergbau beschäftigen?
Ein Abriss dieser Spiele wird seit dem 28. Februar im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg ausgestellt. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Spielesammler - Gilde wurden  Spiele zu diesem Thema zusammengestellt. Aus der Zusammenstellung wurden 100 Spiele ausgewählt, die in der Ausstellung ihren  Platz finden. Unter den Spielen sind alle Facetten aus dem Bereich der Gesellschaftsspiele zu finden: Brett- und Kartenspiele, Wissens-, Lauf- und Rennspiele, Memorys und Quartetts, die seit Beginn des vorigen Jahrhunderts erschienen sind.
An erster Stelle ist das Spiel, das der Ausstellung als Namensgeber dient, zu nennen: „Unter rauchenden Schloten“ von dem Künstler Fritz Gärtner, das 1918 im Scholz -Verlag erschienen ist. Auf dem Spielplan sind verschiedene Gegenden mit ihren markanten Wahrzeichen abgebildet. Die Spieler würfeln ihre Spielfiguren über den Spielplan. Rund um dieses Spiel ist die Ausstellung in mehrere Bereiche aufgeteilt.
Die Reisespiele beschäftigen sich mit der Region Ruhrgebiet  bzw. NRW. Das wohl bekannteste Reisespiel ist „Deutschlandreise“. Daneben ist auch eine Sonderausgabe des schon erwähnten Spiels „Die Siedler von Catan“, welches in NRW spielt, ausgestellt. Sehr markant dabei ist eine Sonderfigur, die die Zeche Zollverein darstellt. 
Mit dem Spiel „Ruhrtropolis“ wird der Strukturwandel im Ruhrgebiet sehr authentisch rauchendeschlotenachgespielt.  
Mehr ins Detail gehen dann die Städtespiele. Auf den Spielplänen sind die Karten von fast allen Städten, wie z. B. Bochum, Dortmund oder Mülheim zu sehen. In Memoryvarianten werden Gebäude und Sehenswürdigkeiten einander zusortiert. Hervorheben möchte ich in dieser Kategorie das Spiel „Pannemann“. Dabei suchen die Spieler nicht zwei gleiche Karten, sondern zwei Wortteile, die zusammengesetzt ein Wort aus der Ruhrgebietssprache ergeben, wie z. B. Panne -Mann, Knicker - Wasser oder Wonne - Proppen.
Neben den verschiedensten Monopolyderivaten  werden auch Original -Monopoly Spiele vorgestellt. Seit geraumer Zeit werden Städte- und Regionen-Editionen veröffentlicht. Neben dem Ruhrgebiets-Monopoly gibt es alleine für NRW 18 Städte-Editionen. Natürlich befinden sich darunter auch die Städte Bochum und Dortmund. Bei diesen Ausgaben sind die herkömmlichen Straßen wie die Badstr. oder die Schlossallee  durch einheimische Straßen ersetzt. Die aktuelle Ausgabe, Duisburg, wurde im Rahmen der Ausstellung vorgestellt und veröffentlicht.
Der Bergbau und die Stahlindustrie sind auch ein eigenes Thema. Auf den Karten des Quartetts „Zechen stechen“ sind 36 Fördertürme abgebildet, die mit wissenswerten Daten von den jeweiligen Zechen ergänzt werden. In dem Spiel „Der schwarze Diamant“ dient der Querschnitt eines Bergwerks als Spielplan.
Zu den thematischen Spielen präsentiert die Ausstellung auch Werbespiele ortsansässiger Firmen wie z. B. Aral, Fiege oder diverser Zeitungen. Diese liegen nicht nur als Skatspiele vor, sondern auch bekannte Spiele wie das „Ver-rückte Labyrinth“ sind umgesetzt worden.
Die Spielideen reichen weit in das letzte Jahrhundert zurück. So wurde das Thema leider auch zu Kriegs- und Propagandazwecken missbraucht. Den Abschluss bildet der Lieblingssport des Ruhrgebiets, Fußball. Schon Franz Beckenbauer hat festgestellt: „  Das Herz des deutschen Fußballs  schlägt im Ruhrgebiet“. In schönen, alten Quartetten sind die Helden ruhmreicher Zeiten abgebildet.
Wer sich für diese besondere Ausstellung im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 interessiert, dem sei ein Ausflug nach Duisburg ans Herz gelegt. Die Ausstellung ist dort noch bis zum 27. Juni zu sehen. Eine Ausstellung mit dem gleichen Thema wird es auch im Oktober geben. Sobald der konkrete Termin feststeht, werden wir darüber berichten.            
KH
 
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Das DOPO-Menüborgards

Sehr geehrte Leserinnen und Leser der Dorfpostille,

die Mitte des Jahres ist fast erreicht und die Vorfreude auf das schöne Wetter und die Urlaubszeit steigt. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen heute ein regionales Menü mit Rezepten aus dem Osten Frankreichs vorstellen. Die Mengenangaben sind für 6 Personen ausgelegt. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Nachkochen.
Jörg Borgards                          

Französisches Menü

Champagne, Lothringen, Elsaß, Burgund

Kleiner Salat mit Kartoffelvinaigrette und Flusskrebscocktail

Tranche von der Schweinelende mit Dijon-Senf-Sauce und überbackenem Chicoree

Warmer Kirschkuchen mit Schokoladensauce


Kleiner Salat mit Kartoffelvinaigrette

Zutaten:
½  Pck. Feldsalat
1 Pck.    Salatmix
50g    gekochte Kartoffel
3 Eßl.     weißen Essig
5Eßl.    Öl
25 ml    Weißwein
25 ml    Wasser
Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung:    
Eine Kartoffel schälen, klein schneiden und in Salzwasser gar kochen. Die gekochte Kartoffel in einer Schüssel mit dem Essig, dem Weißwein und dem Wasser pürieren. Dann langsam das Öl mit dem Pürierstab einarbeiten und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
Den Feldsalat und den Salatmix waschen, in einem Sieb abtropfen lassen und beiseite stellen.
Den gewaschenen Salat in eine große Schüssel geben, das Dressing dazu füllen und mit den Händen vorsichtig vermengen. Dann den Salat als Bouquet auf die Teller setzen.

Flusskrebscocktail

Zutaten:
250 g    Flusskrebsfleisch
1 Stk.    Melone
1/2 Gl.    Mayonnaise
4 El.    Ketchup    
Salz, Zucker, Chili, Cognac

Zubereitung:    
Das Flusskrebsfleisch in ein Sieb geben, mit kaltem Wasser abwaschen und beiseite stellen. Die Mayonnaise mit dem Ketchup vermengen, abschmecken mit Salz, Zucker Chili und Cognac. Die Melone halbieren, die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch ausstechen, zu der Sauce geben und noch einmal abschmecken. Zuletzt das Flusskrebsfleisch in die Sauce geben und portionieren.

Schweinelende mit Dijonsenfsauce

Zutaten:
1,2 kg    Schweinelende    
400 ml     Fleischbrühe
200 ml     Sahne
5 El    Dijon Senf
Mondamin    

Zubereitung:
Das Fleisch von Fett und Sehnen befreien, von beiden Seiten salzen und pfeffern und in einer Pfanne von beiden Seiten kurz und scharf anbraten, so dass es etwas Farbe bekommt. Aus der Pfanne heraus nehmen, auf ein Blech legen und im vorgeheizten Ofen bei 180°C ca. 15 min. garen und in Medallions schneiden. In die Pfanne die Brühe und die Sahne angießen, etwas einkochen lassen, und den Senf einrühren. Falls nötig, die Sauce mit Mondamin zur gewünschten Konsistenz binden. Die fertige Sauce zu dem Fleisch servieren.

Überbackener Chicoree

Zutaten:
6 Stk.     Chicoree
200 ml    Sahne
200 g    geriebener Käse    
Salz, Pfeffer

Zubereitung:    
Den Chicoree längs halbieren, salzen und pfeffern und in einer Pfanne mit Öl kurz von beiden Seiten anbraten. In eine Auflaufform geben, die Sahne angießen und den geriebenen Käse darüber verteilen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C ca. 10 Minuten überbacken.  

Warmer Kirschkuchen

Zutaten:
250 g    Mehl
250 g     Zucker
1 Btl.    Vanillezucker
10 g     Salz
4 Stk.    Eier
10 cl    Milch
100 g    Butter
500 g    Kirschen
50 ml    Cognac
Butter zum Ausfetten der Form

Zubereitung:
In einer Schüssel aus Mehl, Zucker, Vanillezucker, Salz, Eiern und Cognac einen Teig zubereiten. Dann langsam die Milch einarbeiten. Eine Springform ausbuttern und die abgetropften Kirschen hineinlegen. Den Teig darüber gießen und für 25 Minuten bei 170 °C in den vorgeheizten Ofen schieben. Den Kuchen noch warm aus der Form lösen und mit Kristallzucker bestreuen.

Schokoladensauce

Zutaten:    
125 ml    Milch
25g    Zucker
2 Stk.    Eier
1 Stk.    Eigelb
1 Stk.    Vanilleschote
100 g    Kuvertüre, bitter

Zubereitung:    
Die Kuvertüre grob hacken, in einer Metallschüssel auf dem Wasserbad schmelzen und beiseite stellen.
Die Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark mit einem Messer herauskratzen und beides in die Milch geben. Einmal aufkochen lassen. Die Eier und das Eigelb in eine Metallschüssel geben und mit dem Zucker verrühren. Die heiße Milch durch ein Sieb in die Eimasse geben und dann auf dem Wasserbad bis zur Bindung aufschlagen. Wenn die gewünschte Bindung erreicht ist, die geschmolzene Kuvertüre einrühren und die Sauce kalt schlagen.                   

Guten Appetit!
 
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Schülerferienhilfe: Lernen mit Spaß

Schülerhilfe in der Alte Bahnhofstraße bietet wieder Sommerferienkurse!

Langendreer, Juli/August 2010. Ferien sind das Beste an der Schulzeit, keine Frage. Sonne und Meer, Zeit zum Entspannen, Zeit für Freunde und Hobbys. Doch die Ferien in Langendreer bieten auch dieses Jahr wieder eine gute Möglichkeit, Lernstoff aufzuholen, um dann beim Schulstart so richtig durchzustarten. Wer schlau ist, nutzt die Ferien clever: Bei der Schülerferienhilfe. Beim besonderen Ferienangebot der Schülerhilfe wird in preiswerten Wochenkursen Gelerntes vertieft und gezielt auf Nachprüfungen vorbereitet. Und nebenbei bleibt auch noch genügend Zeit zum Ferienmachen.  
Die Schülerhilfe bietet in den Sommerferien wieder ein vielfältiges Programm, mit dem sich die Schüler in nur wenigen Stunden und ganz ohne Hausaufgabenstress auf das neue Schuljahr vorbereiten können. Egal, ob deutsche Rechtschreibung, englische Grammatik oder mathematische Formeln – in der Schülerferienhilfe wird jeder Schüler in genau den Bereichen fit gemacht, in denen er noch Defizite hat. In kürzester Zeit werden auch relevante Lern- und Prüfungsinhalte für die Nachprüfungen vermittelt, um die Versetzung zu meistern. Mit dem Spezialkurs „Fit für den Übertritt“ bereitet die Schülerferienhilfe auch Grundschüler auf den Wechsel zur weiterführenden Schule vor.
Weitere Informationen zu den Ferienkursen erteilt Ihnen in der Zeit von 15.00 Uhr bis 17.30 Uhr in der Alte Bahnhofstr. 15 die Schülerhilfeleiterin Frau Helgard Aldick direkt vor Ort. Auch im Internet unter http://nachhilfe.schuelerferienhilfe.de. finden Sie hilfreiche Informationen zum Nachhilfeangebot der Schülerhilfe.

Aber auch telefonisch werden Sie persönlich und individuell von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr beraten (0234 90 20 902).

Schülerhilfe Bochum Langendreer
Pressekontakt
Sabine Roßmann
Tel.: 02307 9 10 73 44
Fax: 02307 9 10 75 46
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
 
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Einladung zur Litera - Tour mit den

Bochumer Literaten

Poesie in Bewegung in der Stadt, die ein Buch im Wappen trägt
In der Dämmerung, wenn hinter den Industriekathedralen des Reviers die Sonne untergeht, rollt im Jahr 2010 sechs Mal ein Literaturbus durch Bochums Straßen und Umland.
Hier stellen Autorinnen und Autoren der Gruppe „Bochumer Literaten“ ihre eigenen Erzählungen und Gedichte vor.
Die Stimme wird klar über Kopfhörer übertragen. So trübt kein Fremdgeräusch die literarische Hörerfahrung in fließender Bewegung. Keine Tour gleicht der anderen. Jede öffnet den Mitreisenden ein neues Gesicht der Stadt – den vorgestellten Texten entsprechend.
Technik: Joachim Michaelis, Bochumer Gästeführer
Dauer der Litera-Tour: mindestens 90 Minuten.
Fahrpreis: 15 Euro (Imbiss nicht inklusiv)
Abfahrt: Reisebusbahnhof Bochum / schräg gegenüber vom Stadtarchiv, Wittener Straße 47
Anmeldung ab sofort unter dem Stichwort „Literatur in Bewegung“ – Tel.: 0234 / 9766278

Die nächsten Fahrten:
Juli
Fr. 09.07.10 – 19:00     Rainer Küster, Michael Starcke

September
Fr. 10.09.10 – 19:00     André Greilich, Heide Rieck, Helmuth Schönig

Oktober
Fr. 08.10.10 – 19.00     Alma Lück, Friedrich Grotjahn, Anton Schlösser

Mehr über die „Bochumer Literaten“ erfahren Sie unter: www.atelier-reich.de/BoLit.html

2. LITERA-TOUR 2010
 
Bochumer Literaten – BoLit –
im rollenden Bus  am   8. Mai

Die Bochumer Literaten Anja Liedtke, Heide Rieck und Anton Schlösser haben zum deutschen Gedenktag der Befreiung von Terror und Krieg am 8. Mai 1945 als einzige Station ihrer literarischen Reise die Henrichshütte in Hattingen gewählt.
Während der Fahrt durch die Abenddämmerung erreichte die Stimme der Autoren über Kopfhörer (somit durch kein Fremdgeräusch gestört) die Literaturfreundinnen und Literaturfreunde, die bereit waren, sich auf ein poetisches Hörerlebnis in Bewegung und auf die Impression in den Mauern einer Industriekathedrale einzulassen.
Die  LITERA-TOUR begann um 19.00 Uhr am Bochumer Reisebusbahnhof unter der Eisenbahnbrücke auf der Wittener Straße:
Der Bus fuhr am Seniorenheim Albert-Schmidt-Haus, Heuverstrasse vorbei, wo Sonja Smarzly jetzt lebt. An diesem Ort beginnt die Erzählung über die Freundschaft der 13-jährigen Sonja aus Bochum mit der 17-jährigen Tonja aus Moskau. Auf der Fahrt über die Königsallee und hinweg über die Kosterbrücke bis nach Hattingen las Heide Rieck ihren Text „Jenseits des Stacheldrahtes“, erschienen in „Doch seht wir leben – Vom inneren Widerstand – Zwangsarbeit 1939-1945“.
An der HENRICHSHÜTTE
wurde ausgestiegen, um die Kulisse des gigantischen Eisenwerks vergangener Zeit auf sich wirken zu lassen. In einer Werkshalle hat der Künstler Gereon Lepper sein Atelier. Hier traf man auf eine Veranstaltung der KUBISCHU. Es folgten im Wechsel Musik von Sandra Reekers, Gedichte von Anton Schlösser und eine Lesung von Heide Rieck aus dem Tagebuch des Ukrainers Anatoli Pilipenko, der vor seiner Verschleppung nach Deutschland davon geträumt hatte, Journalist zu werden. Das Werk entstand 1945 in Hattingen, nachdem das AEL (Arbeits-Erziehungs-Lager) der Henrichshütte durch amerikanische Truppen befreit worden war. Nachzulesen in “Lopatto – Pilipenko – Eine Spur von mir“, einer Gemeinschaftsarbeit von Herausgebern aus Hattingen und Bochum (u.a. Thomas Weiß, Heide Rieck). Nach einer Imbisspause waren  „Wassergedichte“ von Anton Schlösser, Heide Rieck und Hellmut Lemmer zu hören.
Während der Rückfahrt an der Ruhr entlang nach Bochum schlug Anja Liedtke mit ihrer Erzählung „Strömung“ den Bogen zur Gegenwart.  
Bochumer Literaten: www.atelier-reich.de/BoLit.html
Zur Station Henrichshütte: www.kubischu.de
 
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Buchgbesprechung:

Jean Ziegler, Der Hass auf den Westen


Der Titel des Buches (Jean Ziegler, Der Hass auf den Westen, München, 2009) lässt erwarten, dass es von radikalen Islamisten handelt, die den Westen hassen und ihn durch Missachtung westlicher Lebensweise und Terror zu besiegen versuchen. Vor Augen stehen die Anschläge in New York und Madrid. In der Bundesrepublik denken wir an die Sauerlandgruppe und das Beinahe- Attentat im Kölner Hauptbahnhof. Aber Jean Ziegler hat in seinem aufregenden Buch ganz andere Personengruppen im Blick, die Hass auf den Westen haben und damit pauschal die Europäer und Nordamerikaner meinen.
Sein Hintergrund sind die Vereinten Nationen mit ihren Ausschüssen und Arbeitsgruppen, für die er nach seiner Zeit als Abgeordneter in der Schweiz arbeitet. Als erstes stellt er uns eine gebildete asiatische Diplomatin „reiferen Alters“ vor, Sarala Fernando. Sie weigert sich, mit westlichen Vertretern eine gemeinsame Resolution zu den Massenmorden im afrikanischen Sudan  zu verfassen, weil sie den Vertretern Europas und Nordamerikas das moralische Recht abspricht, sich zu Menschenrechtsfragen und zu Kriegen zu äußern. Sie hält Jean Ziegler vor: „…was haben die Deutschen vor noch gar nicht so langer Zeit getan? ....Und die Engländer? Erinnern Sie sich, was sie mit den indischen Webern gemacht haben? Um die indische Textilindustrie zu zerstören und ihr eigenes Monopol durchzusetzen, haben sie den Webern – Männern, Frauen und Kindern – die Finger gebrochen. Und bei uns in Sri Lanka haben die Engländer, als sie kamen, hunderttausende Hektar bestellten Lands, auf dem unsere Bauern arbeiteten und lebten, zu….herrenlosem Ödland erklärt. Die Bauern wurden verjagt. Hunderttausende von Dorfbewohnern sind verhungert. Auf den Massengräbern, die mit den Leichen unserer Bauern gefüllt waren, haben die Engländer ihre Teeplantagen angelegt.“ (S.11f.).  Ziegler sieht in Frau Fernando ein Musterbeispiel für die Einstellung gegenüber dem Westen durch „hochrangige(r) Diplomaten der südlichen Hemisphäre“. „In New York, in Genf denkt die überwältigende Mehrheit ihrer algerischen, philippinischen, senegalesischen, ägyptischen, pakistanischen, bengalischen, kongolesischen und weiterer Kollegen wie sie.“ (S.13). Darüber hinaus ist der Hass auf den Westen in großen Teilen der Bevölkerung südlicher Länder verbreitet.
Ziegler führt uns in seinem Buch durch die Jahrhunderte währende Geschichte der Sklaverei und Kolonialisierung durch den Westen, die in die Unterdrückung von Völkern und Ländern durch eine Wirtschaftsordnung mündet, die einige reich und viele arm macht. Seine Beispiele belegen, dass der Westen durch seine Repräsentanten Vieles tut, wodurch der Hass nicht vergessen wird.
Einige Beispiele:
1. Frankreichs Präsident Sarkozy bereiste 2007 den afrikanischen Kontinent und sprach dort am  26. Juli in der Universität von Dakar zur Jugend Afrikas. Sarkozy stellt die Kolonialzeit als eine Zeit dar, in der die Europäer viel Gutes taten, aber leider waren auch böse Menschen unter den Kolonisatoren, so dass die Zeit laut Sarkozy zu einer Zeit des „gemeinsamen Leidens“ von Afrikanern und Europäern (S.70) wurde. Daraus folgt, dass Sarkozy keine Reue für alles den afrikanischen Völkern geschehene Unrecht einzuräumen braucht. Sarkozy tritt sogar als Lehrmeister für Afrika auf: „Wollt ihr“, so sagt er in der gleichen Rede, „dass auf afrikanischem Boden nie mehr ein Kind verhungert? Dann bemüht euch um eine selbst versorgende Landwirtschaft. Dann entwickelt den Nahrungsmittelanbau. Afrika muss als Erstes seine Ernährungsgrundlage produzieren. Wenn es das ist, was ihr wollt, Jugend Afrikas, dann haltet ihr die Zukunft Afrikas in euren Händen, und Frankreich wird mit euch am Bau dieser Zukunft arbeiten.“ (S.72). Diese Rede hat die akademische Jugend in Dakar bestimmt erstaunt, ist doch die Agrarsubvention der westlichen Industriestaaten eine Hauptursache der katastrophalen Ernährungssituation in Afrika. So haben die westlichen  Staaten 2008 die eigene Landwirtschaft mit 365 Milliarden Dollar gestützt (S.73)  und damit den Export zum Beispiel nach Afrika subventioniert. So kann die afrikanische Hausfrau „auf jedem beliebigen afrikanischen Markt“ europäische Produkte kaufen, die etwa die Hälfte oder ein Drittel preiswerter sind als einheimische Produkte. So werden afrikanische Bauern in den Bankrott getrieben und wird die Selbstversorgung unmöglich gemacht.
2. Die Menschenrechte. Für die Formulierung von allgemeinen Menschen-  und Bürgerrechten sind die Jahre 1776, 1789 und 1948 bedeutsam, die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Nordamerika, die Französische Revolution sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen. Das bekundete Wissen um Freiheit, Gleichheit und Würde aller Menschen hielt europäische Mächte nicht vom Sklavenhandel ab, es verhinderte keinen Kolonialismus und es führt heute immer wieder zu gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen Menschenwürde und Selbstbestimmung mit Füßen getreten werden. Die Seiten 106 ff. in Zieglers Buch belegen dies. Ich greife einen Beleg heraus: Dass sich Israel über viele UNO-Resolutionen hinwegsetzen kann, liegt letztlich daran, dass westliche Staaten hinter Israel stehen und es in seiner Politik gegenüber den Palästinensern decken. So wird Israel seit Jahrzehnten bezichtigt, Menschenrechte zu verletzen, ohne dass daraus jemals Konsequenzen gezogen wurden.
3. Führende PolitikerInnen des Westens haben sich und ihre Staaten mit den Milleniumszielen im Jahr 2000 verpflichtet, den Hunger auf der Welt um die Hälfte zu verringern, aber bis heute ist nicht feststellbar, dass deutliche Verbesserungen in der Ernährungslage der Hungernden erzielt wurden. Sind afrikanische und asiatische Menschen doch weniger Wert und haben daher auch weniger Rechte, auch Lebensrechte, als Europäer und Nordamerikaner?
4. Nigeria -  ein reiches Land in Afrika wird auf Grund wirtschaftlicher westlicher Interessen ausgebeutet und zerstört, Menschen sterben durch Kriege oder kommen auf andere Weise elend um. Trotz des Reichtums im Lande verelenden weite Bevölkerungskreise. Drahtzieher und Nutznießer dieser Politik sind internationale Konzerne. Im Lande herrscht eine korrupte Regierung. Und unsere Kanzlerin lädt den nach Meinung westlicher Wahlbeobachter durch Gewalt und Betrug zum Präsidenten Nigerias gewählten Umaru Yar Adua als Ehrengast und Vertreter der schwarzafrikanischen Völker zum G-8 Gipfeltreffen 2007 ein.
5. Papst Benedikt XVI. reiste im Jahre 2007 nach Brasilien. Dort spricht er vor Tausenden von Gläubigen und sagt unter anderem: „Der christliche Glaube beseelt seit mehr als fünf Jahrhunderten das Leben und die Kultur der indianischen Völker dieser Länder….Tatsächlich hat die Verkündigung Jesu und seines Evangeliums zu keiner Zeit eine Entfremdung der präkolumbianischen Kulturen mit sich gebracht und war auch nicht die Auferlegung einer fremden Kultur.“ (S.177).  Wie passt dazu, dass erst im Jahr 2006 der erste indianische Präsident in Südamerika in sein Amt eingeführt werden kann? Kann der Papst so unwissend sein, dass er die Geschichte der indigenen Völker der zurückliegenden 500 Jahre nicht kennt? Eine Geschichte unendlichen Leids, eine Geschichte der Unterdrückung und Entwurzelung, die die Eroberer Hand in Hand mit Kirchenvertretern prägten. Aber warum traut sich der Papst nicht, das zuzugeben und um Vergebung zu bitten?
6. J. Ziegler beendet sein Buch mit einem kurzen Bericht über Bolivien. Unter Führung des neuen indianischen Präsidenten wird dort erreicht, dass ein Teil der Gewinne aus dem Abbau der bolivianischen Bodenschätze durch ausländische Konzerne im Land verbleibt und damit Ernährung und Bildung auch für die indianische Bevölkerung finanziert wird. Das geht nicht ohne Widerstände der Besitzenden, ist aber wohl der einzige Erfolg versprechende Weg für eine bessere Zukunft. Diesen nationalen Weg auch in anderen Ländern zu fördern, ist für den Westen sicher auch der Weg, den „Hass auf den Westen“ zu verringern.
Rolf Schubeius
 
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Inhalt

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Langendreer
Das Bo-Ost Frühlingsereignis im Kulturhauptstadtjahr: Kunstmeile Langendreer 2010

Schachtzeichen über Langendreer
Willi Wachsam: Ruhris rühren sich!
Zu Besuch auf der A40
Zechen und Industriedenkmäler in Langendreer
130 Jahre Schule im Oberdorf
STRATABU (Mai 2010)
Vorsicht,  STOLPERSTEINE!
Mit dem Wichtelexpress ins Kinderparadies
Ab in die „Grüne Lunge“!
6. Weihnachtsmarkt im Dorf
Langendreer-ist-nett.de
TuS Kaltehardt auf Erfolgsspur
Hautexpert – mehr als nur Kosmetik
Neues vom Alten Bahnhof
Die Burg in Laer
Nachwuchsmodel Vivian Müller
Hitparade des Schlagers: Mit den Eckart Fischer Singers
Kullerball in Köttelbecke
Landtagswahl 2010: Aus dem Tagebuch eines Wahlhelfers
Landau: Adji stellt aus!
Stammkundschaft zieht mit: 25 Jahre „La Piccola“
Schreibhaus im Bahnhof: Der phantastische Kosmos der Literatur
Schülerferienhilfe:  Lernen mit Spaß
Aktion „Rettet die DOPO!“
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Neues vom „Buntstift“

Kultur
„Unter rauchenden Schloten“- Das Ruhrgebiet im Spiel
Das DOPO-Menü
Einladung zur Litera - Tour mit den Bochumer Literaten
Buchbesprechung: Jean Ziegler, Der Hass auf den Westen
Kunst in Bild und Wort
Aus dem „Magnolienbaum“
Buchbesprechung: Nora Marquardt und das schwarze Einhorn

Naturschutz und Politik
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Zeit zum Wechsel: Reine Ökostromanbieter
Tanken? Klimaneutral!
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