Kunst in Bild und Wort
Ihre Aquarelle und Ölbilder konnten die Langendreerer während der Kunstmeile in beiden Schmidtmeyer Bäckereien betrachten und bewundern. Landschaften waren es insbesondere, die Ingrid Dressel künstlerisch thematisierte in unterschiedlichen Formaten. Dass sie sich nicht nur der bildhaften, sondern auch der sprachlichen Kunst widmet, erfuhren wir im Zusammenhang mit der Stadtteilausstellung, und so kommt es zum Abdruck einiger Dressel-Texte, die in anderen Zusammenhängen bereits erschienen. Es gab eine Lesung in der Stadtbücherei von Gevelsberg während der „Nacht der Poeten“ Anfang 2009, „Die Petersilienmaske“ konnte man im „Literaturpodium“ lesen, fünf Liebesgedichte erschienen im Hierrieth-Verlag 2009, den „Stierkampf in Alicante“ veröffentlichte der Regina Fischholz-Verlag, weitere Gedichte sowie „Das Dunkel der Nacht“ als auch „Die Pastorin“ wurden ebenfalls bereits veröffentlicht. Die 1954 in Witten geborene Künstlerin, die jetzt in Langendreer wohnt, schreibt seit ihrer Jugend Songs, Gedichte und zunehmend auch Prosatexte. Sind es einerseits Alltäglichkeiten, die Ingrid Dressel aus überraschenden Perspektiven bearbeitet, und liebt sie dabei auch satirische Überzeichnungen, so thematisiert sie auch andere Seiten des Lebens – die angstbesetzten und sehnsuchtsvollen beispielsweise.
Mit der freundlichen Genehmigung der Autorin veröffentlichen wir Beispiele:
Die Petersilienmaske
Die Frau, ein wenig reif an Jahren, schwört nunmehr auf Naturverfahren.
Sie züchtet Kräuter, trinkt viel Tee und meint, so tut ihr nichts mehr weh...
Ein Pflanzenbuch tat ihr just kund, wie Teint und Haut wird sehr gesund.
Die Haut, so schön wie eine Lilie, mit Quark - dick - und auch Petersilie.
Sie hat das Ganze nun verrührt und es sich aufs Gesicht geschmiert.
Nach einer halben Stund genau, fühlt sie sich wieder wie ne Frau...
Die Haut ein wenig mehr geglättet, der Teint nicht mehr so sehr gefettet.
Ein Rest im Schälchen von dem Tun, lässt sie dann erst mal nicht mehr ruh´n.
Was doch so gut ist fürs Gesicht, kann schaden auch dem Magen nicht.
Sie isst die Maske mit Genuss, und ist nun satt - ohne Verdruss.
So kann ein wenig Quark gelingen, der reifen Frau viel Freude bringen.
Fortflug
Starken Schrittes Stiernacken Eilst du Aus meinem Leben Bevor angekommen.
Hastige Ungeduld, Begierde Treibt dich hinweg. Zornigen Striches Maltest du Mich dunkel, Erkenne mich nicht.
Mein Sehnsuchtsblick Wunschtraum. Spürbar Nähe möglich, Aber Häutung verboten Durch Stolz und Scham
So entschwindet der Schwarz schillernde Vogel Dem Eigensinn. Lastend im Erdreich, Hinaufblickend, Weine ich: Er war so schön …
Dipl. Designerin Ingrid Dressel, Langendreerstr. 79, 44892 Bochum, Email:
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