Aus dem „Magnolienbaum“
„Magnolienbaum“ heißt der Gedichtband, den Frau Rasch im Andenken an ihren Mann, der am 29.2.2000 verstarb, bald darauf im Universitätsverlag Dr. Brockmeyer herausgab.“Gedichte eines gemeinsamen Lebens kann man diesen Lyrikband von Günter und Maria Rasch nennen. Von der ersten Liebe bis zum Tod, von der Frühlingsblüte bis zum Winter mit Eis und Schnee, aber auch zu Weihnachten und Advent, von der gemeinsamen Musik bis zu Reisen und Vergnügen spannt sich der Bogen dieses Bändchens. Trost, Freude, Trauer, Liebe, Glaube, Hoffnung, Verzweiflung und Schmerz spiegeln sich hier wider und sprechen den Leser unmittelbar an“, heißt es im Begleittext des Buches. Bald nach Erscheinen des Bändchens kam es zum Kontakt zwischen DORFPOSTILLE und Frau Rasch, die an der Hörder Straße in Langendreer wohnt. 1927 in Gladbeck geboren war Frau Rasch viele Jahre lang in Bochum als Fachlehrerin für Musik tätig. „Aus der gemeinsamen Liebe zur Musik,erwuchs auch die Liebe zur Musik in der Sprache, zur Lyrik.“ Mit freundlicher Abdruckgenehmigung durch Frau Rasch erschienen schließlich in etlichen DOPOs Gedichte aus dem „Magnolienbaum“. Wir setzen mit einer kleinen Textauswahl die Tradition fort und danken Frau Rasch wieder für die gute Zusammenarbeit, die sich im Laufe der letzten Jahre ergeben hat:
Katersorgen
Schnurrimur, ein schwarzer Kater, kam zu einem weisen Pater, ihn um seinen Rat zu bitten. Denn, entgegen allen Sitten, liebte er der Katzen zwei: Mausemi und Mausemei.
„Lieber Sohn“, so sprach der Pater zu dem Kater wie ein Vater, „lass sie alle beide laufen, dass sie sich um dich nicht raufen! Geh den goldnen Weg der Mitte: Nimm die Nächste, nimm die Dritte!“
Maria Rasch
Kleine stille Wege
Stell dein Auto in die Ecke, nimm dein altes Rad zur Hand und bedächtig wie die Schnecke, fahre übers weite Land.
Kannst die großen Straßen meiden, kleine stille Wege fahr‘n. Kannst dein Herz und Augen weiden und noch manchen Taler spar‘n.
Die Gesundheit kehret wieder, denn der Kreislauf, neu belebt, stärkt dein Herz und deine Glieder und dein Geist sich frisch erhebt.
Maria Rasch, 1988
|