Buchbesprechung:
Nora Marquardt und das schwarze Einhorn
Tja, wo soll ich anfangen? Als Paul (unser Chef, *jaichholdirdeineSockengleichlassmichtippen*) diese Offerte eines „Fantasy-Buches“ auf den Tisch der Redaktionssitzung warf, griff ich als Fantasy/Mittelalter Fan zu. Das süffisante Lächeln meiner Nachbarin Babsi hätte mir zu denken geben sollen … sei`s drum: Der wahre Schock kam erst zuhause bei der Recherche im Netz: GottohGott...Frauenbuch für 14-49 -Jährige, spannende Liebesgeschichte, blah, und ein herzliches BLUBB! DANKE, Paul! Nun denn: Ich ging ans Werk, kontaktierte den Verlag und auch die Autorin Nina Nübel, die ihre Wurzeln hier in Langendreer hat durch ihre Arbeit, ihre Familie und Freunde. Bochum ist sie treu geblieben (geblieben müssen?) und hält Lesungen zu ihrem Werk im Herbst in Bochum (Termine s.u.). Aber zum Buch: Nora Marquardt und das schwarze Einhorn ist DEFINITIV ein Frauenbuch! Jetzt muss ich mich outen: ICH (als Mann) fand es super spannend, die Figuren sehr schön gezeichnet. Der Spannungsbogen geht in Mitte des Buches etwas runter (*gähn*ich wiederhole mich: Ich! Mann! kuscheln, küssen, umarmen … macht man ja auch, wenn ein Monster einem gleich den Dünndarm rausreißen möchte … ach: Heulen kommt an der Stelle auch immer gut!) Leider zu oft, die Autorin möge verzeihen. Nun zum Inhalt: Die zum Zeitpunkt des Buches 17 jährige Nora zieht nach dem Herztod ihrer Oma nach München zu ihrer Patentante. Die etwas naive und verträumte Nora wird jedoch in München mit etwas konfrontiert, was sie, zunächst, extrem überfordert. Sie kommt in eine Welt, von der sie vorher nur träumte und sei es nur in Albträumen, die sie schon seit jungen Jahren verfolgen. Was folgt, ist eine extreme Wachrüttelung aus ihrer Welt, die sie aber in ein anderes Extrem katapultiert, erschwert durch eine erste Liebe, Freund- und Feindschaft. Sie muss es schaffen sich selbst zu finden, um diese eben erlebten Dinge (die Freundschaft) zu erhalten und die anderen (die Feindschaft) zu vernichten. Um dies zu erreichen, muss sie Mut beweisen und Klugheit. Ihr Charisma und Gewissen werden ihr dabei fast zum Verhängnis… Es ist ein klassischer Fantasyroman mit typischen Gestalten ala Hexen, kopflosen Ungeheuern etc., etwas Harry Potter angehaucht (mag ich nicht … den Potter, dieses Buch schon). Der Schreibstil ist sehr flüssig und nicht überbordend. Nicht vergleichbar mit Vance, Moorcock oder Dick. Aber es soll hier auch gar nicht philosophisch sein: Nein, es ist eine spannende Geschichte einer jungen Frau, die ihr Selbst findet! Punktum! Eher der Vergleich mit der „Xanth-Saga“ von Piers Anthony, wo jeder nur EINE (wink!) Fähigkeit hatte um zum Erfolg zu kommen… Fazit: Vollkommen gelungenes Buch. Sehr, auch für alle, die das falsche Chromosom tragen, empfehlenswert für die, die Fantasy mögen! Freu mich auf November! Teil 2 bitte ohne so viel Rumgeheule! Kaimi
Weitere Infos unter: www.noramarquardt.de
Lesungen von Nina Nübel in Bochum 2010
21.07.10 18:00 Uhr: Sparkasse Bochum S-Club, Dr. -Ruer-Platz 1, 44787 Bochum
08.11.10 10:00 Uhr: Zentralbücherei, Gustav-Heinemann-Platz 2-6, Bochum
09.11.10 19:00 Uhr: Familienbibliothek Wiemelhausen, Markstr. 292, Bochum
15.11.10 10:00 Uhr: Bücherei Langendreer, Unterstr. 71, Bochum
22.11.10 09:30 Uhr: Bücherei Linden, Hattinger Str. 804-806, Bochum
Nina Nübel, „Nora Marquardt und das schwarze Einhorn“, 409 S., Shaker Media 2010, ISBN 978-3-86858-535-3, 19.80 €
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