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„Unter rauchenden Schloten“

Das Ruhrgebiet im Spiel

„Memory“, „Mensch ärgere dich nicht“ oder „Mühle“ kennt wohl jeder, vielleicht hat der eine oder andere auch schon mal etwas von den „Siedler von Catan“ oder „Carcassonne“ gehört. Aber wussten Sie, dass es auch Spiele gibt, die sich mit dem Ruhrgebiet und dem Bergbau beschäftigen?
Ein Abriss dieser Spiele wird seit dem 28. Februar im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg ausgestellt. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Spielesammler - Gilde wurden  Spiele zu diesem Thema zusammengestellt. Aus der Zusammenstellung wurden 100 Spiele ausgewählt, die in der Ausstellung ihren  Platz finden. Unter den Spielen sind alle Facetten aus dem Bereich der Gesellschaftsspiele zu finden: Brett- und Kartenspiele, Wissens-, Lauf- und Rennspiele, Memorys und Quartetts, die seit Beginn des vorigen Jahrhunderts erschienen sind.
An erster Stelle ist das Spiel, das der Ausstellung als Namensgeber dient, zu nennen: „Unter rauchenden Schloten“ von dem Künstler Fritz Gärtner, das 1918 im Scholz -Verlag erschienen ist. Auf dem Spielplan sind verschiedene Gegenden mit ihren markanten Wahrzeichen abgebildet. Die Spieler würfeln ihre Spielfiguren über den Spielplan. Rund um dieses Spiel ist die Ausstellung in mehrere Bereiche aufgeteilt.
Die Reisespiele beschäftigen sich mit der Region Ruhrgebiet  bzw. NRW. Das wohl bekannteste Reisespiel ist „Deutschlandreise“. Daneben ist auch eine Sonderausgabe des schon erwähnten Spiels „Die Siedler von Catan“, welches in NRW spielt, ausgestellt. Sehr markant dabei ist eine Sonderfigur, die die Zeche Zollverein darstellt. 
Mit dem Spiel „Ruhrtropolis“ wird der Strukturwandel im Ruhrgebiet sehr authentisch rauchendeschlotenachgespielt.  
Mehr ins Detail gehen dann die Städtespiele. Auf den Spielplänen sind die Karten von fast allen Städten, wie z. B. Bochum, Dortmund oder Mülheim zu sehen. In Memoryvarianten werden Gebäude und Sehenswürdigkeiten einander zusortiert. Hervorheben möchte ich in dieser Kategorie das Spiel „Pannemann“. Dabei suchen die Spieler nicht zwei gleiche Karten, sondern zwei Wortteile, die zusammengesetzt ein Wort aus der Ruhrgebietssprache ergeben, wie z. B. Panne -Mann, Knicker - Wasser oder Wonne - Proppen.
Neben den verschiedensten Monopolyderivaten  werden auch Original -Monopoly Spiele vorgestellt. Seit geraumer Zeit werden Städte- und Regionen-Editionen veröffentlicht. Neben dem Ruhrgebiets-Monopoly gibt es alleine für NRW 18 Städte-Editionen. Natürlich befinden sich darunter auch die Städte Bochum und Dortmund. Bei diesen Ausgaben sind die herkömmlichen Straßen wie die Badstr. oder die Schlossallee  durch einheimische Straßen ersetzt. Die aktuelle Ausgabe, Duisburg, wurde im Rahmen der Ausstellung vorgestellt und veröffentlicht.
Der Bergbau und die Stahlindustrie sind auch ein eigenes Thema. Auf den Karten des Quartetts „Zechen stechen“ sind 36 Fördertürme abgebildet, die mit wissenswerten Daten von den jeweiligen Zechen ergänzt werden. In dem Spiel „Der schwarze Diamant“ dient der Querschnitt eines Bergwerks als Spielplan.
Zu den thematischen Spielen präsentiert die Ausstellung auch Werbespiele ortsansässiger Firmen wie z. B. Aral, Fiege oder diverser Zeitungen. Diese liegen nicht nur als Skatspiele vor, sondern auch bekannte Spiele wie das „Ver-rückte Labyrinth“ sind umgesetzt worden.
Die Spielideen reichen weit in das letzte Jahrhundert zurück. So wurde das Thema leider auch zu Kriegs- und Propagandazwecken missbraucht. Den Abschluss bildet der Lieblingssport des Ruhrgebiets, Fußball. Schon Franz Beckenbauer hat festgestellt: „  Das Herz des deutschen Fußballs  schlägt im Ruhrgebiet“. In schönen, alten Quartetten sind die Helden ruhmreicher Zeiten abgebildet.
Wer sich für diese besondere Ausstellung im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 interessiert, dem sei ein Ausflug nach Duisburg ans Herz gelegt. Die Ausstellung ist dort noch bis zum 27. Juni zu sehen. Eine Ausstellung mit dem gleichen Thema wird es auch im Oktober geben. Sobald der konkrete Termin feststeht, werden wir darüber berichten.            
KH
 
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