PDF Drucken E-Mail

Drehorgelspiel in Langendreer:

CURTINIUS und die MUSICA MECHANICA

curtinius_2Der Grundstein für die Liebe zur Drehorgel wurde bei Kurt Mischak bereits im Kriegsjahr 1944 gelegt. In einem Bochumer Luftschutzbunker traf der neunjährige Junge auf einenalten Mann, der eine kleine Drehorgel vor der Zerstörung gerettet hatte und sie wieder erklingen ließ.
Allerdings dauerte es noch rund zwanzig Jahre, bis Kurt Mischak bei einem Trödler in Passau zufällig eine Drehorgel entdeckte, die der des alten Mannes im Bunker sehr ähnlichwar. Schnell war man sich handelseinig. Dieses erste mechanische Instrument löste dann eine Kettenreaktion aus und sollte schließlich den weiteren Lebensweg erheblich beeinflussen.

Versehen mit den Tipps eines Orgelbaumeisters wurden in den folgenden Jahren mehrere Drehorgeln hinzugekauft und zum Teil in mühevoller Detailarbeit restauriert.
Schließlich nahm das Hobby einen derartigen Umfang an, dass auch die Familie eingespannt werden musste. Selbst einige Großorgeln, die früher auf Volksfesten und Jahrmärkten zu finden waren, gehörten zur Sammlung.
1992 organisierte Kurt Mischak erstmalig das Bochumer Drehorgelfest. Daraus wurden dann bis zum Jahr 2000 zehn Veranstaltungen mit bis zu fünfzig Teilnehmern aus Deutschland und dem benachbarten Ausland, ganz zu schweigen von seinen eigenen Reisen, die ihn bis in die USA führten. Die in dieser Zeit entstandenen Fotos dokumentieren den großenPublikumsandrang und das Interesse an den historischen Musikgeräten.
Trotz des äußerlich unverändert gebliebenen Erscheinungsbildes hat sich das „Innenleben“der Drehorgeln doch sehr gewandelt. Über die Walze, auf der nur etwa fünf Lieder gespei-chert werden konnten, und das später verwendete Lochband ist inzwischen der Digitalspeicher Datenträger für die mechanische Musik. Der „Chip“ erweckte die Drehorgel zu neuem Leben. curtinius_1

Neben dem ungleich größeren Umfang des Musikprogramms ist es sogar möglich,mehrere Drehorgeln zu einem „Orchester“ zu verbinden.
Nach wie vor ist es Kurt Mischaks Ziel, das von ihm geliebte Kulturgut zu erhalten. Obwohl er es inzwischen etwas ruhiger angehen lässt und seine Sammlung deutlich verkleinert hat, wirken seine Räume auf dem Hof Bolte an der Grabelohstraße mit den Instrumenten, den Kostümen und den unzähligen Fotos sowie den Urkunden wie ein kleines Museum.
Anlässe wie den Langendreerer Herbstmarkt am Alten Bahnhof nimmt Kurt Mischak, genannt „Curtinius“, auch heute noch gern wahr, um eine seiner Drehorgeln zu präsentieren.
Dabei behält er immer sein weiteres Ziel im Auge, die langjährige Unterstützung für die Deutsche Krebshilfe nicht ruhen zu lassen. Die bei diesen Anlässen gesammelten Beträge reicht der registrierte Spender vollständig an die Organisation weiter.

Übrigens kann der „Oberorgelmeister“, wie es auf dem bei Kurt Mischak zu erwerbenden „Orgeldiplom“ heißt, nach wie vor für familiäre Anlässe, Veranstaltungen und Geschäftseröffnungen gebucht werden.

Für derartige Kontakte und sonstige Fragen genügt ein Anruf unter der Telefonnummer 28 70 61.         WR