Das Ein-Kilo-Projekt
Ein aufmerksamer Langendreerer rief uns am Samstag, den 14.5., an und wies uns auf eine „sympathische und beeindruckende Aktion“ im Eingangsbereich des Real-Markts an der Hauptstraße hin. Ein Dorfpostillon machte sich gleich per Fahrrad auf und wurde schließlich Zeuge eines wahrhaft bemerkenswerten Projekts, das da von fünf Jungen einer katholischen Organisation namens ECYD durchgeführt wurde. Im Gespräch mit Matthias aus Herne erfuhr ich, dass ECYD für die spanische Wortfolge „educacion, cultura y desportes“ (Erziehung, Kultur und Sport) stehe und die Jungen einer solchen Gruppe angehören, die jeden Samstag in Recklinghausen zusammentrifft. Die 9-, 11-, 12-, 13- und 15jährigen Jungen am Real-Markt kamen aus Herne und Bochum. Das Projekt im Real-Markt lief unter dem Titel „Aktion Kilo“ und gestaltete sich wie folgt: Ein Junge sprach die in den Markt hereinströmenden Leute an, stellte kurz das Projekt vor und übergab den Kunden einen Handzettel, auf dem die Aktion noch einmal erläutert wurde (s. Fotos). Später beim Verlassen des Marktes lieferte der willige Kunde dann „sein“ Kilo an die Jungen ab, die den Vorgang protokollierten und das Kilo in bereit stehende grüne Körbe der Wattenscheider Tafel ablegten. Der Kunde erhielt dann als Dankeschön einen bunten Zettel mit einem Gebet darauf und – wenn er wollte – Info-Material über die durchführende Organisation.
Wie ich später erfuhr, hatten die Jungen am Ende ihrer Aktion um 17 Uhr über 400 Kilo Lebensmittel gesammelt, die dann von Mitgliedern der Wattenscheider Tafel direkt abgeholt wurden. Nun mag man einwenden, dass derartige Aktionen letztlich nichts an der Armut von immer mehr Menschen in Deutschland ändern, sondern vielleicht sogar politische Maßnahmen gegen diesen unwürdigen Trend verhindern. Dennoch bleibt das Engagement der Jungen davon ausgenommen: Ihre am Wert der christlichen Nächstenliebe orientierte Aktion hilft unmittelbar und konkret und bestärkt ihre christliche Grundhaltung von der Würde und dem Wert jedes Menschen. Internet-Recherchen zur durchführenden Organisation ergaben übrigens, dass ECYD zu „Catholic Youth World Network“ gehört, einem weltweiten Netz katholischer Jugendlicher, das sich wiederum zu den „Legionären Christi“ und dem „Regnum Christi“ zählt. Na ja, die Aktion der Jungen war gut und erfolgreich und schärft nicht nur ihr Bewusstsein für schlimme Zustände in Deutschland, sondern auch das der gebenden Kunden vom Real-Markt in Langendreer und der Leserinnen und Leser dIeser DORFPOSTILLE. pawimö
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