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60 Jahre VdK

„Der Sozialverband VdK ist mit 1,5 Millionen Mitgliedern der größte und einflussreichste Sozialverband in Deutschland.
Er steht allen Menschen offen und vertritt die Interessen von allen Sozialversicherten, von Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranken, Rentnerinnen und Rentnern, Patientinnen und Patienten gegenüber der Politik und bei den Sozialgerichten.

Wofür steht „VdK“?

Der Verbandsname war ursprünglich eine Abkürzung: Gegründet wurde der Sozialverband VdK Deutschland im Jahr 1950 unter dem Namen „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e. V.“.

In den vergangenen 60 Jahren hat der Verband sich vom ehemaligen Kriegsopferverband zum großen, modernen Sozialverband entwickelt.
Heute heißt der Verband offiziell Sozialverband VdK Deutschland e. V. . Dies ist auch in Paragraph 1, Ziffer 1 der  Satzung festgelegt.“ (zitiert nach der homepage des Verbands)

Die DOPO gibt dem 1. Vorsitzenden des Ortsverbands Langendreer/Werne des VdK die Gelegenheit, sich zur Geschichte seines Verbands zu äußern:

VDK_1Es folgt hier die Fortsetzung des Berichtes über die Entstehung des VdK in NRW. Der erste Teil, die Keimzelle, erschien in der Dorfpostille, Ausgabe 110, im Frühjahr 2009.  Dieser 2. Teil beschäftigt sich mit  der Frage: Wer waren die Männer und Frauen der Stunde Null nach dem 2. Weltkrieg? Woher nahmen sie ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit nicht locker zu lassen gegenüber der Militärbehörde?

Anlässlich des  60-sten VdK- Jubiläums wurde Herbert Schamp aufgesucht.  Nach der Überreichung der  Auszeichnung  kam die obligatorische  Frage: „Wie ist es Ihnen mit  dem VdK ergangen und  wie  wurden  Sie  Mitglied ?“

Herbert Schamp betrieb ein Betonsteinwerk. Er produzierte Betondachpfannen und Hohlblocksteine und etliche VdK-Häuser wurden damit ausgestattet.  Mitglied wurde er durch seinen Vater  Gotthold  Schamp.   Nach einiger Zeit  unterbrach die  Tochter unser  Gespräch mit  dem Hinweis, der jüngere Bruder  Günter  könnte  mehr  erzählen und sie würde das vermitteln.  
Endlich war es soweit. Der Vorstand des VdK-OV Langendreer-Werne traf sich mit Herrn Günter Schamp zu einer interessanten Gesprächsrunde.

Herr  Gotthold  Schamp und Herr Stefan Stroczyk kannten sich schon seit 1917.  Sie  lagen im Lazarett des Knappschaftskrankenhauses  Langendreer. Die gemeinsame Vergangenheit im 1. Weltkrieg, das  Erlebte, führte  dazu, dass  sie  den Kriegsverletzten, den Hinterbliebenen und den Heimkehrern  Geborgenheit und neuen Mut geben wollten. Nach  1918  dem  Ende  des  1. Weltkriegs setzten sie ihre Vorstellung in die  Tat um. Herr  Gotthold Schamp  gründete  einen  Siedlungsverband ,  „ Gemeinnützige Kriegersiedlung Langendreer-Werne e. G. m. b. H.“.   Herr Stefan  Stroczyk  gründete  die „Wirtschaftliche Vereinigung der Körperbehinderten und Hinterbliebenen Langendreer-Werne“.

Bis zur Machtergreifung durch die NS und  der Eingliederung in die NSKOV  konnte in Ruhe gearbeitet werden.
Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung (NSKOV) war eine der NSDAP angeschlossene Wohlfahrtseinrichtung für Schwerkriegsbeschädigte und Frontsoldaten des 1. Weltkriegs.   Die NSKOV behielt eine gewisse Selbstständigkeit in Vermögens- und Organisationsfragen. Zusammen mit der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) wurden Wohlfahrtseinrichtungen und Gesundheitsprogramme zwischen 1934 und 1945 organisiert.
Mit Gesetz Nr. 5 der amerikanischen Militärregierung vom 31. Mai 1945 wurde die NSDAP mit allen  ihren  Einrichtungen  und  Organisationen  aufgelöst  und  damit  auch  die   NS-Kriegsopferversorgung.
Mit diesem Hintergrund an Erfahrung und Wissen, durch die Arbeit nach dem 1. Weltkrieg konnten die Männer und Frauen auch Überzeugungsarbeit bei der Militärregierung leisten, so dass die ehemaligen sozialen Einrichtungen aufleben konnten (siehe Anfang der Historie).
Über den VdK wurde vorher Einiges gesagt, nur die WSG kam etwas zu kurz, das soll hier ergänzt werden.

Wie schon gesagt, vor dem  bekannten  Hintergrund  fand  in  Bonn  im  April 1949  eine Delegiertenkonferenz des VdK statt.  Die Delegierten beschlossen, eine  Wohnungsgesellschaft zu gründen. Nachdem das  Gründungskapital beschafft wurde, kam es am 30. Mai 1950 zur Gründung der WSG Wohnungs- und Siedlungs-GmbH.

Mit einem Büro in der Aktentasche des ersten Geschäftsführers  Gotthold  Schamp begann  die Arbeit  der  WSG. Franz  Dumm  und  Alfred  Stefan  wurden  zu  nebenamtlichen Geschäftsführern  bestellt.

Im  Jahre  1955  konnte  sich  die  WSG (Gotthold  Schamp)  über  den  Zugang von  162  Wohnungen  freuen. Nach  langwierigen  Verhandlungen  mit  dem  Allgemeinen  Organisationsausschuss (AOA)  mit  Sitz in  Celle,  der  das  ehemalige Vermögen der  nationalsozialistischen  Kriegsopferversorgung  verwaltete,  wurde  der  WSG  das  Eigentum  an  diesen  Wohnungen  zugesprochen. Es  handelte sich  um  Hausbesitz, der  in den 20iger Jahren  von  der  „Gemeinnützige  Kriegersiedlung   Langendreer-Werne e. G .m. b. H.“  gebaut  wurde.              

vdk_2Im  Jahre 1965 ging Gotthold  Schamp  in  den  Ruhestand.  Im  gleichen  Jahr  wechselte  Günter  Schamp  zur  WSG.  Er  war  bis  zu  diesem  Zeitpunkt  Prokurist bei  der  Vereinigten  Baugesellschaft  mbH  Bochum-Langendreer, einem  Unternehmen,  das  durch  die  Fusion  mit der  Bochumer  Heimstätte  zur  heutigen  VBW  Bauen  und  Wohnen  GmbH  wurde.
Ab  1972  führte  Herr  Günter  Schamp  die  WSG  als  alleiniger  Geschäftsführer  bis  zu  seinem  Ruhestand  am  31.  Dezember  1999.
Vielen  Dank  Herrn  Günter  Schamp  für  die  aufklärenden  Worte.
VdK  Ortsverband  Langendreer - Werne
Hans – Jürgen  Brune    
Vorsitzender    

Anmerkung

Im Stadtarchiv Bochum / Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte  wurden wir fündig, unter Mithilfe von Archivangestellten entdeckten wir unter den Namen Schamp, Betonsteinwerk Herbert Schamp und Verdienstkreuzverleihung Gotthold Schamp den Hinweis auf die Archivnummer 16865 der Stadt  Bochum. Herr Markus Lutter vom Presse- und Informationamt Bildtechnik stellte uns die nachfolgend aufgeführten Unterlagen zur Verfügung.

Einladung

Die Gründung des Sozialverbands in Langendreer/Werne jährt sich in diesem Jahr zum 65-zigsten Mal. Wir werden dieses Jubiläum  mit einer Schiffsfahrt  über den Rhein-Herne-Kanal würdigen. Alle  Bürger aus Langendreer und Werne die mit uns dieses Ereignis begehen möchten laden wir herzlichst dazu ein.
Der Kostenanteil beträgt 28,00€
Zusätzliche Getränke sind nicht enthalten.
Programm:
Treffen um 17:45 Uhr am Marktplatz in Langendreer.
Abfahrt um 18:00 Uhr mit einem modernen Reisebus.
Ankunft um ca. 19:00 Uhr am Schiffsanleger in Herne.
Sektempfang, auf dem Kanal geht’s dann nach Datteln zum Hafenfest, die musikalische Unterhaltung zum Tanzen und Schunkeln übernimmt ein Alleinunterhalter, es erwartet uns ein reichhaltiges Buffet mit allerlei Köstlichkeiten, um ca. 23:00 Uhr erleben wir ein Höhenfeuerwerk. Danach treten wir die Heimreise an.
Um 0:00 Uhr gibt’s eine Mitternachtssuppe oder Kuchen mit Kaffee.
Wir legen ca. 01:00 Uhr im Herner Hafen an und besteigen die Busse die uns zum Langendreer Markt bringen. Die Taxiunternehmen werden von uns informiert so das um ca. 02:00 Uhr alle auf Heimfahrt sind.
Anmeldungen telefonisch unter Tel. 54 62 240, 29 21 10 und 28 73 13 oder direkt in der Mitgliederversammlung am  21.06.2011
Änderungen vorbehalten

Der Ort der Mitgliederversammlung ist das Cafe Grabeloh Grabelohstr. 31 in 44892 Bochum Langendreer.  Die Versammlung beginnt um 18:00 Uhr  mit dem Vortrag von Frau Neumann  über  Sehtraining für Auge und Gehirn.