150 Jahre Adlerapotheke in Langendreer
Sie ist die älteste Apotheke am Ort und für viele traditionsbewusste Langendreerer trotz großer Konkurrenz immer noch ein Begriff: Die Adlerapotheke an der Kreuzung Markt, Haupt- und Unterstraße. Trotzdem mag es für etliche Bürger im Bochumer Osten eine Überraschung gewesen sein, als sie im Juni erfuhren, dass diese Apotheke tatsächlich seit bereits 150 Jahren besteht. Genau am 17.Juni 1861 erhielt der Apotheker Goedecke das Recht, im Amt Langendreer die erste und lange Zeit einzige Apotheke für Langendreer, Werne, Düren, Stockum und Somborn zu errichten. Diese Konzession war vererbbar, aber an das Grundstück Hauptstraße 142 gebunden. Die Apotheke lief gut, doch die Besitzer wechselten immer wieder, bis 1911 als 5. Käufer Hermann Seidenstücker das Geschäft übernahm und eine Tradition begründete, die bis zum heutigen Tage hält: Adlerapotheke = Seidenstücker. Die Familie Seidenstücker gehörte zu den Notabeln aus Langendreer, denn ihre Verwandtschaftslinie führte auch zur Familie Müser aus der gleichnamigen Brauereidynastie. Hermann Seidenstücker leitete die Apotheke in den schwierigen Zeiten des Ersten und des Zweiten Weltkriegs und während der Ruhrbesetzung durch die französische Armee. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Geschäftshaus durch eine Luftmine zerstört und konnte erst 1948 wieder aufgebaut werden. 1953 entstand an der Hauptstraße ein Nebengebäude, aber schon bald reiften Pläne die Apotheke mehr ins Langendreerer Zentrum zu verlegen. Nach dem Tod von Hermann Seidenstücker übernahm seine Tochter Ursula die Apothekenkonzession und sie konnte im Mai 1961 das neue und nun zeitgemäße Geschäft an der Langendreerer Hauptkreuzung beziehen. 30 Jahre später trat Dr. Reinhard Seidenstücker, der Neffe von Ursula Seidenstücker, die Nachfolge gemäß der Familientradition an. Er führt bis heute die Adlerapotheke, die sich bei aller Konkurrenz ringsherum einen Spitzenplatz erhalten hat. Die Dorfpostille gratuliert und wünscht mit einem herzlichen „Glück auf“ alles Gute für die Zukunft.
Das Figurentheaterkolleg ist mittlerweile 30 Jahre an der Hohen Eiche in Langendreer beheimatet und als feste Größe nicht mehr aus unserem Stadtteil wegzudenken. Das umfangreiche Programm mit zahlreichen Angeboten aus den unterschiedlichsten Bereichen bietet für alle Interessierten eine reiche Plattform, sich umzusehen oder mitzumachen. Ende Juni brachten Schüler der verschiedenen Abschlussklassen schon zum zweiten Male in einer Open Stage Veranstaltung eigene Projekte auf die Bühne. Pantomimen, Puppentheater, Sketche und vieles mehr waren zu bewundern. Und zahlreiche Besucher waren erschienen, um sich dies nicht entgehen zu lassen. Im September gab es wieder einmal einen Tag der offenen Tür, bei dem man sich das „Innenleben“ eines solchen Hauses ansehen konnte und in die Welt der Kunst in ihrer Vielfalt eintauchen konnte. Am 11. Dezember wird eine Märchenerzählerin aus dem Figurentheater im Cafe Cheese auftreten. Ein Blick in das Programmheft lohnt also. Es findet sich sicherlich etwas für jeden Geschmack dabei. Einen Versuch ist es bestimmt wert. GK
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