Mit Steinadler und Wüstenbussard
Traditionsempfang auf dem Uemminger Hof
Einen Empfang der besonderen Art gab Eigentümer Heinrich Schulte Uemmingen am 18. Juni auf seinem Uemminger Hof an der Wittener Straße 529. Anlass war das 525jährige Bestehen der Hofstelle, dem Stammsitz der Familie Schule-Uemmingen. „In der Chronik des Hofes wird dieser unter seinem Namen erstmalig im Jahre 1486 erwähnt; es ist jedoch davon auszugehen, dass die Hofesgeschichte wesentlich weiter zurückweist“, erläutert H.Schulte Uemmingen im Gespräch. „Bedeutung und Alter des Schultenhofes zu Uemmingen geht u.a. auch aus einer alten Liste der Lehnsgüter der Grafschaft Limburg hervor. Dort ist der Hof zu Ummink mit seiner Capelle und Küsternay aufgeführt.“ 1968 musste die landwirtschaftliche Bewirtschaftung wegen struktureller Veränderungen in der Region aufgegeben werden: Der Bau der Ruhruniversität mit ihren verkehrlichen Konsequenzen, der Ausbau der Wittener Straße (Opel!), der Bau der A 43, die Entstehung des Ümminger Sees mit seinem Naherholungsumfeld und das sich entwickelnde Gewerbegebiet in der Nachbarschaft griffen auch nachhaltig in die Perspektiven des Hofes ein. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde nach Niedersachsen verlegt. „Im Familienbesitz verblieben ist lediglich das zwischenzeitlich unter Denkmalschutz gestellte Herrenhaus mit seinen Stallungen und der umschließenden Parkanlage“, liest man in den Ausführungen, die Heinrich Schulte Uemmigen freundlicherweise der DOPO überließ. Aber zurück in die Gegenwart des Traditionsempfangs: Entsprechend des außergewöhnlichen Anlasses begrüße der Gastgeber von einem aus dem Wald entliehenen Hochsitz seine illustre Gästeschar, zu der Vertreter der Land- und Forstwirtschaft, der Kreisjägerschaft, eines Falkenordens, der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Jürgen Borchert, Offiziere der Bundeswehr und sogar ein Staatssekretär des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums gehörten, „der im Jahre 1966 als Student der Landwirtschaft als Erntehilfe auf dem Uemminger Hof eingesetzt war.“
Ein Ensemble Jagdhornbläser setzte passende musikalische Akzente und zur Jagd ausgebildete Greifvögel des Falknerordens zogen das besondere Interesse der Gäste auf sich: Steinadler, Uhu, Falke, Habicht und Wüstenbussard beeindruckten auch Bezirksbürgermeister Busche nachhaltig. „Für einige Stunden fühlten sich alle Gäste durch ihre bäuerliche Tracht und die historische Dekoration des Hofes in eine vergangene Zeit zurückversetzt. Mit einem Trompetensolo im Fackelschein nahm das Fest zu später Stunde seinen Ausklang“, berichtet H.Schulte-Uemmingen. „Die Fahne von Langendreer abgesetzt mit dem diagonal verlaufenden grünen Band mit den goldenen Buchstaben von ‚Uemmingen‘ vor dem Tor des Hofes ist Zeuge des großen Traditionsfestes“, das in dieser Form wohl erst wieder in 25 Jahren stattfinden soll, so der gerade 60 Jahre alt gewordene Gastgeber, bei dem wir uns für die zur Verfügung gestellten Fotos und die Möglichkeit des Besuchs auf seinem Hof ganz herzlich bedanken. pawimö
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