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„Auf geht’s, Langendreer!“

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„Langendreer hat’s!“


Die im Früjahr über die DORFPOSTILLE angeregte Initiative „Auf geht’s, Langendreer!“ (s. auch die DOPO-Ausgaben 116 und 117) zeigt nachhaltige Wirkung. Der Reihe nach:
Waren am 5. Mai ca. 30 interessierte Langendreerer , die verschiedenste Einrichtungen, Vereine, Gruppen und Geschäfte des Stadtteils vertraten, der Einladung der DORFPOSTILLE gefolgt, so trat am 15. Juni ein Vorbereitungsausschuss zusammen, der sich um die Konkretisierung der Vorschläge und Anregungen kümmern sollte, die bei der ersten „Vollversammlung“ diskutiert worden waren. Das Ziel, nämlich die Steigerung der Attraktivität Langendreers nicht nur für die Bewohner, sondern auch für Menschen außerhalb unserer Region, sollte über die Bildung von Projektgruppen praktischer ins Auge gefasst werden.
So kam es am 7. Juli zur zweiten Vollversammlung im Evang. Gemeindehaus an der Alten Bahnhofstr. 28. Fast 40 Anwesende – wieder Vertreter unterschiedlicher Interessengruppen,  beratschlagten weitere Aktivitäten, nachdem vorher in einer Art Rollenspiel „typische“ Langendreerer die Stärken des Stadtteils ins Bewusstsein gehoben hatten: Sowohl die Studentin als auch der Rentner, die erziehende Hausfrau und der Geschäftsmann als auch der Freizeitsportler zeigten jeweils aus ihrer Perspektive auf, warum es sich in Langendreer gut leben lässt.

aufgehts1Es folgte eine Power-Point-Präsentation durch den Vorsitzenden von Langendreer 04, Hans-Hermann Brunholt, die im Vorbereitungsausschuss in verschiedenen Sitzungen beraten worden war. Hans Hermann Brunholt stellte einerseits die 6 Stärken des Stadtteils heraus (die gute Verkehrslage und –ausstattung und umfassende Gesundheits-, Bildungs-, Freizeit-, Unterhaltungs- und Einkaufsangebote), die sich auf die 6 Ortssteile Langendreers verteilen. Andererseits wurden aber auch die Schwächen angedeutet, um deren Beseitigung es gehen müsste, so z.B. die Leerstände bei Wohnungen und Geschäften und das nicht immer attraktive Erscheinungbild Langendreers.
Ergebnis dieser zweiten Vollversammlung war nicht nur die offensichtlich gestärkte Motivation der Anwesenden, im Sinne des gesteckten Ziels weiter zu machen, sondern es wurden Arbeitsgruppen zu verschiedenen Projekten gebildet: Entwurf einer Homepage und eines Flyers für Langendrer, Nutzung des Müserturms am real-Markt und des brachliegenden Bahngeländes am ehemaligen Containerbahnhof entlang der S-Bahn-Trasse, stärkere Einbeziehung von Bewohnern mit Migrationshintergrund, Stadtteilführungen, Möglichkeiten der Vermietung und Nutzung von Leerständen, Zusammenstellung einer Kontaktdatei relevanter Langendreerer Ansprechpartner (Vereine, Schulen, andere öffentliche Einrichtungen, Parteien, Kirchen) und schließlich der Entwurf eines Slogans für unseren Stadtteil.
Nach der Sommerpause traf sich der Vorbereitungsausschuss am 30.August mit Vertretern von Parteien, die in der Bezirksvertretung politische Verantwortung tragen.
Der Einladung folgten die SPD, die GRÜNEN, die Soziale Liste und der Bezirksbürgermeister.
Wurde den Politikern zunächst das Anliegen der Initiative vorgestellt, nämlich tätig zu werden, um Langendreer nicht nur für die hier Lebenden und Arbeitenden lebenswerter zu machen, sondern auch außerhalb für Langendreer zu werben, so ergab das Gespräch danach einen überaus interessanten Informationsaustausch. So verzeichnet Langendreer einerseits einen, wenn auch geringen Bevölkerungsschwund, andererseits gibt es auch Neubauansiedlungen, die gerade fertig bzw. im Bau und in der Planung sind (Langendreerstaße, 2x Stockumer Straße, Kirmesplatz). Als Attraktion wurde den Gesprächspartnern nicht nur der hohe Grünflächenanteil Langendreers bewusst, sondern auch der vorhandene Gewerbemix im Stadtteil – bei allen zu verzeichnenden Leerständen, an denen gearbeitet werden muss. Als Problem wurde die mangelnde Nahversorgung in den Außenbezirken benannt, nämlich an der Wilhelmshöhe, im Holz, in der Kaltehardt und in Ümmingen. Die Überlegung, dass die vielen Einzelhändler sich aktiver um die Versorgung der Außenbezirke kümmern müssten, fand einerseits Beifall, andererseits war den Anwesenden auch die Schwierigkeit der Realisierung klar.
Erfreulich insgesamt war die ungeteilte Unterstützung, die die Politiker der Initiative in Aussicht stellten.

aufgehts4Schließlich kam es am 8.September zur dritten Vollversammlung der „Auf geht’s, Langendreer!“-Initiative. Wieder erschienen über 30 Leute und die Projektgruppen stellten erste Ergebnisse ihrer Bemühungen vor.
Per Beamer wurde der mögliche Langendreerer Internetauftritt vorgestellt sowie der Entwurf eines Flyers. Dass bereits Überlegungen zur Umgestaltung des Müserturms durch den Eigentümer angestellt werden und dieser offen ist für weitere Anregungen und Vorschläge, insbesondere zur Dachnutzung, wurde mit Interesse zur Kenntnis genommen. Möglichkeiten der Nutzung des Bahngeländes wurden ermittelt sowohl im Kontakt mit der Bahn als auch demnächst mit dem Bauordnungsamt. Ideen, wie ein regelmäßig stattfindender Flohmarkt oder die Umgestaltung in ein Spielgelände, machten die Runde. Die Projektgruppe zur Migrantenintegration hat bereits in zwei Sitzungen konkrete Überlegungen angestellt und die Ausarbeitung einer Stadtteilführung soll im nächsten Frühjahr vorgelegt werden. Das Projektteam „Leerstände“ arbeitet weiter an Lösungsansätzen und Kontaktdaten werden demnächst in einem Pool zusammengefasst – was zur besseren Kommunikation im Stadtteil führen soll.
Schließlich wurde das Ergebnis des Wettbewerbs um einen Stadtteilslogan vorgelegt: 163 Vorschläge hatten die Langendreerer eingereicht. Die Versammlung stimmte über 6 im Vorbereitungsausschuss ausgewählte Slogans ab – mit folgendem Ergebnis: 12 Stimmen jeweils für „Langendreer liegt richtig“, „Leben ist mehr – Langendreer!“, „Langendreer hat’s!“. 7 Stimmen für „Langendreer – alles da, alles nah“, „Langendreer ist mehr“ und 6 Stimmen für „Langendreer – wir haben alles!“.
Die Diskussion über Entwürfe, Vorschläge und Ideen nahm wieder breiten Raum ein und neue Projekte wurden angeregt: Bemalung von Strom-, Telefon- und Ablagekästen mit Langendreerer Motiven durch Schülerinnen und Schüler des Stadtteils, eine Radwegekarte für Langendreer und die Installation einer Web-Cam an zentralen Örtlichkeiten.

Wie geht’s weiter?
Die Projektgruppen arbeiten weiter an ihren Vorhaben. Kritik, Anregungen und Vorschläge zum Flyer und Homepageentwurf werden aufgenommen: Mittlerweile hat der Vorbereitungsausschuss den Slogan „Langendreer hat’s!“ als am besten passend für Flyer, Homepage und andere Medien  ausgewählt. Langendreer wird dann als der 7-Sterne-Stadtteil für sich werben – mit 7 Ortsteilen (Dorf, Oberdorf, Alter Bahnhof, Ümmingen, Wilhelmshöhe, Holz, Kaltehardt)und mit 7 Stärken (Bildung, Gesundheit, Verkehr, Freizeit, Unterhaltung, Einkauf, Menschen). Flyer und Homepage sollen beim Weihnachtsmarkt im Dorf am 3. Dezember der Langendreerer Öffentlichkeit präsentiert werden.
Vorher allerdings gibt’s die 4. Vollversammlung, bei der sich die Initiative als Verein etablieren will, dessen Aktivitäten gezielt und kontinuierlich der weitern positiven Entwicklung des Stadtteils dienen sollen.
In Zukunft, also im nächsten Frühjahr, sollen nicht nur Repräsentanten von Vereinen, Gruppen, Einrichtungen und Geschäftsleute eingeladen werden, sondern alle Bürger können Mitglied werden, die zum Engagement für Langendreer und seine Menschen bereit sind und Lust darauf haben.
aufgehts5Schlussbemerkung:
Der erste kleine praktische Schritt, das Erscheinungsbild Langendreers zu verbessern, war bereits mit der Denkmalreinigungsaktion am Markt durch die Geschäftsmänner Alfred Barczik und Bernd Sohn in der letzten DOPO vorgestellt worden. Mittlerweile ist es gar gelungen, das Grünflächenamt davon zu überzeugen, an selbiger Denkmalsstelle eine Bank zu platzieren – die auch gern von den Langendreerern genutzt wird.
Appell an die Nutzer: Bitte nehmen Sie Ihren Müll mit!
pawimö



Ein Bonbon der besonderen Art schenkt Unternehmer Horst Lindemann vom Malerbetrieb Lindemann an der Hohen Eiche der Initiative und damit Langendreer: Er ist bereit, die nicht mehr so ansehnliche Fassade eines Hauses im Zentrum Langendreers kostenlos in Absprache mit dem Eigentümer zu erneuern. Es sollte sich dabei um eine Fassade von ca. 200 m² Größe handeln und der Eigentümer muss einverstanden sein, das Gerüst zwei Monate lang stehen zu lassen – mit dem Werbebanner für die Malerfirma und die Initiative „Auf geht’s, Langendreer!“.
Die Bemühungen, eine passende Fassade zu finden, sind in vollem Gange.