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P1050932Gedichte von der Boni

Es gibt schon einige Stammautorinnen und -autoren, deren literarische Produktionen wir relativ regelmäßig in der DOPO veröffentlichen. Einige Texte dieser netten Mitmenschen erscheinen noch auf späteren Seiten dieser DOPO. Zum ersten Mal gibt‘s hier etwas von Ulrike Reit zu lesen, die wir deshalb an dieser Stelle kurz vorstellen. Ulrike Reit lebt schon ewig an der Bonifatiusstraße, hat dort ihre eigene Kindheit und Jugend verbracht und gemeinsam mit Ehemann Wilfried, Mitglied der DOPO-Redaktion, drei Kinder ins erwachsene Leben entlassen. Nicht nur ihr Studium der Philosophie und Germanistik hat ihre Neigung zum Malen und besonders zum Schreiben befördert. „Meine Liebe zur Sprache und mein Respekt vor dem Leben sind wesentliche Motive, Texte, insbesondere Gedichte, zu schreiben. Dabei helfen mir Gedichte auch, mich mit Problemen auseinander zu setzen und meine Konzentration auf Wesentliches zu lenken“, so erläutert Ulrike Reit eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen – neben der Arbeit im großen Garten und der Hinwendung zu ihren beiden Hunden, die beim gemeinsamen Spaziergang hinter dem Haus über die Wiese und durch die Stauden toben. Zwei Gedichte veröffentlichen wir mit ihrer freundlichen Genehmigung – einerseits Ausdruck ihrer Bewunderung des Lebens und andererseits augenzwinkernd die Berichterstattung eines Alltagserlebnisses der besonderen Art.

Neues Leben

An deiner Wiege steh ich hier
Und schaue dich voll Ehrfurcht an.
Wie ein Wunder scheinst du mir,
wie Hoffnung, die ich neu gewann.

In deinen kleinen winzgen Händen
Liegt die Zukunft dieser Welt.
Wenn wir doch die Einsicht fänden,
die uns an deine Seite stellt.

Als Winzling liegst du mir im Arm
Und bist doch mächtiger als ich.
Ein Mensch, so hilflos, klein und warm Schenkt mir die Liebe auch für sich.

An deinem Bettchen steht die Zeit
Und wartet atemlos auf dich.
Alles Wichtge wird zur Nichtigkeit,
ein neues Leben auch für mich.

In deinen kleinen sanften Augen
Liegt noch ein Hauch von Ewigkeit.
Er macht mich fast, daran zu glauben, der Herrgott wär und sei nicht weit.

Ein Wunder, das bist du für mich,
die Hoffnung und das Leben.
Möge dir die Liebe geben,
was ich mir erträumt für dich.


Die Mütze

Ich verlor meine Mütze
Hinterm Bett in der Ritze,
und du machst Witze
über die Mütze in der Ritze.
Du warst, weiß Gott, keine Stütze
Bei der Suche nach der Mütze.

Da holt‘ ich die Katze,
die angelt mit der Tatze
Unterm Bett und der Matratze,
und es erschien mit der Spitze
meine knallrote Mütze
hinterm Bett aus der Ritze.

Nun kriegt sie das Schnitzel
Und du keinen Pfitzel,
höchstens ne Fratze
Von mir und der Katze.